Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-791348
4.73 
Am Aeußeren herrfchen in gleicher Weife die ruhige Fläche und die H0- 
rizontallinie vor. Der Strebepfeiler wird auf das durch die Conftruktion erforderte 
Maß zurückgeführt und als einfacher Mauerllreifen, nach dem Vorbilde der Li- 
fenen des romanifchen Styls, behandelt. Kräftige Geiimfe betonen die horizorr 
tale Richtung, mit welcher denn auch die fchwach aniieigenden Dächer nicht in 
Widerfpruch liehen. Die Kuppel auf der Kreuzung von Langhaus und Quer- 
fchitf wird auch jetzt mit Vorliebe angewendet. Der Thurmbau endlich wird 
ebenfalls ausgefchloifen, da man {ich nach wie vor damit begnügt, einen Glocken- 
thurm (Campanile) in der Nähe der betrelfenden Kirche zu errichten. Die Fa- 
cade gliedert (ich daher nach Maßgabe des Langhaufes, deITen Gefialt {ie anzu- 
deuten hat, jedoch 
überragt iie diefes 5a   9.5 
an Höhe oft um ein  
Beträchtliches und  
wird als prunkendes  
Schaufiück behan-    
delt. In der Regel   w!         
Schiffen enrfpre-  
chenden Felder je    
mit einem Giebel ge-    
denen der mittlere   llllml-l 3km  
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eßt werden (liefe  HWillig[Willillilillilillliilifl l   
Giebel durch Hahn- ' lllllllilillillllUlllliiirliiiiillullllilliiiulrli; n  i 
artig auflirebende, lblj; f-imi-"ii" 
mit fchlanker Spitze Fig. 404. Palaft Cä doro zu Venedig. 
bekrönte Mauerpfei- 
1er, an denen, wie an den Ziergiebeln, gothifche Krabben und fonfiige Detailformen 
verwendet werden. Die Portale, theils rundbogig, theils fpitzbogig über-wölbt, 
haben eine mehr an romanifche Bildung erinnernde Wandprolilirung, fchwanken 
oft vollliändig zwifchen antikifirenden und gothifchen Elementen, werden indeß 
häufig von einem krabbengefchmückten Ziergiebel eingefaßt. Der höchüe Glanz 
diefer Facaden beliebt in einer verfchwenderifchen Decoration, welche theils in 
fpielenden Muftern, theils in mufivifchen Gemälden alle Flächen überzieht. 
Befonders iit ein bunter Wechfel verfchiedenartiger Marmorfchichten beliebt, der 
auch im Innern manchmal durchgeführt ifl. Die Dauer des gothifchen Styls in 
Italien ift nur kurz, da er fchon gegen die Mitte des I5. Jahrhunderts durch 
eine bewußte neue Rückkehr zur Antike verdrängt ward. 
Zuerfl fcheint der gothifche Styl in Italien durch die Kirche S. Francesco
        

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