Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-791286
Deutfch-gothi 
fcher 
Back fteinbau. 
289 
kirchc zu 
Görlitz. 
Zwickau, 
die 
Marktkirchc 
Halle 
und 
die 
Peter 
Paulskirche 
ZU 
Backftcinbauten. 
Das Backßcinmaterial finden wir in den Küßenländerxi Preußen, Pommern 
und Mecklenburg, in den brundcnburgifchcn Marken, wefllich am Niederrhein bis 
nach Hannover. Der Grundriß der Kirchen formt {ich theils nach dem Vorbilde 
dcs franzöiifchcn Kathedralcnflyls, mit niedrigen Seitenfclmiffen, oft mit Chorum- 
gang und Kapellcnkranz, rhcils, und zwar überwiegend, nach dem fchlichtcrcn 
Plane der Ilallcnkirche. Die Pfcileiiwercicn nur in der erßzen Zeit ausnahms- 
weife rund gebildet; bald gibt man ihnen eine für den Ziegelbau angemefibnere 
vier- oder uchteckige Form (vgl. Fig. 396 und 397), deren Seiten man indeß 
 
 ß 
 
 
 
m? 396- Jßkßbikiche zu Rollock. 
durch vorgelegte Bündelfäulcn, auf den Ecken durch Einkerbungeim und ähnliche 
Glieder, zu beleben weiß. Flrli in fpäterer Zeit läßt man fie ohne Dienße auf- 
fteigen. Die Sockel bildet man in einfachiler Weile, oft nur durch eine Schmiege, 
die Kapitäle werden bisweilen mit Laubwerlt aus gebranntem Thon gelbhmticltt, 
der Regel nach indeß durch wenige Glieder bezeichnet. Runde oder eingekehltc 
Glieder, mit runden wechfelnd, bilden das Profil der Scheidbögen, welches in 
fpäterer Zeit jedoch nüchterner durch Auskantungen hergellellt wird. Die Fenfler- 
wandungen lind gewöhnlich rechtwinklig gemauert, an den Ecken wohl mit einem 
feinen Rundftabe eingefaßt. Ihre Pfeilen zeigen {ich in derber Profilirting und 
bilden nur felten, und dann meifi in der frühgothifchen Epoche, ein Maßwerk 
von einfachen Formen. Meiilens fchließen Iie {ich blos in befonderen Bögen 
zufammen oder Itoßen, unvermittelt auflteigend, in die Umfaffung des Feniters. 
Ueberhaupt herrfcht im Aufbau des Inneren ein maffenhaftes Verhältniß; neben 
den Fenflern bleibt viel Mauerfläche übrig. Die Gewölbe lind in früherer Zeit 
mit Kreuzrippen gebildet; im Laufe des 14. Jahrhunderts kommen aber, nament- 
lich in den preußifchen Ordensländern, reich entwickelte Stern-, Netz- und Fächer- 
geviiölbe auf. Das ganze Innere ließ man unverputzt in natürlicher Farbe des 
Liibke, Bäluilylc. 44m1. 19
        

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