Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-791219
achteckige Pfeiler, mit Bündeln oder ohne diefelben. Sodann wurde bei dem 
Beflreben nach freien, lichten Räumen der Abfland der Pfeiler fowie die Breite 
der Schiffe immer bedeutender, fo daß eine quadratifche Stellung der Stützen 
für das Mittelfchiff, eine beinahe eben fo breite Anlage des Seitenfchiffes zur 
Regel wurde. Das Querfchiff fiel hierbei in der Regel fort, und auch den Chor 
bildete man gewöhnlich in entfprechend einfacherer Weife, und zwar vorwiegend 
aus dem Achteck, ließ auch den Kapellenkranz und den Umgang fort. Dagegen 
enden die Seitenfchille manchmal mit polygonen Nebenchören. Die Fenfter 
mußten eine bedeutende Höhe erhalten, wollte man nicht zu mangelhafte Be- 
leuchtung und zu große Mauerflächen haben. Zuerll brachte man wohl wie an 
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 Fig. 390. Querdurchfchnitt einer Hallenkirche. b:  
der Elifabethkirche zu Marburg je zwei über einander an. Bald kam man aber 
dazu, das Fenfler in ganzer Länge bis auf die ziemlich tief angebrachte Fenflerbank 
hinunterzuführen, gab aber dann in der Regel, zu größerer Befefiigung der Stäbe, 
durch eingefpannte Maßwerkmufter in Form von Galerien eine Zwei- oder Drei- 
theilung auch der Höhe nach. Die Breite der Fenfler entfernte {ich dagegen 
nicht erheblich von den hergebrachten Maßen, wodurch freilich bei den großen 
Abflandweiten jederfeits noch beträchtliche WandHächen frei blieben. Am 
Aeußeren beherrfcht das ungeheure Dach, welches fämmtliche Schiffe bedeckt, 
den Gefammteindruck in etwas unerfreulicher Weife. Doch ergriff man das 
Mittel niedrigerer Quergiebel, welche, den einzelnen Pfcilerabflänclen entfpre- 
chend, {ich mit ihrer durch Maßwerk belebten Fläche für die Seitenaniicht 
nicht ungünflig erwiefen. Ein großer Fortfchritt wurde in Weflpreußen (und 
an einigen Kirchen im nördlichen Holland) gethan, als man der Länge nach 
jedem Schiff ein befonderes Dach gab, deffen Giebel für die künlllerifche Ent- 
wicklung der Facade einllußreich wurde. lm Uebrigen breiten die Mauerflächen 
in ungefchmückter Weife (ich aus; die Strebepfeiler, nIeiRCIIS einfach, bisweilen
        

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