Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790770
Spanien. 
den fpaxlifchen Ländern hat {ich eine romanifche Bauweife entwickelt, 
mehrfach von fremden EinHüHen beherrfcht erfcheint. Zunächß: waren 
In 
welche 
es die Denkmäler des füdlichen Frankreich, welche mit ihrem Pfeilerbau und 
ihren Tonnengewölben Nachahmung fanden. Eins der großartigflen YVerke diefer 
Art ift die Kathedrale von S. Jago de Compollella, eine genaue Nachbildung 
der Kirche S. Sernin zu Touloufe. In der fpäteren Zeit dringt der glänzende 
naaurifche Styl in die fpanifche Bauweife ein und vermifcht {ich mit den her- 
gebrachten romanifclmen Formen oft zu prächtiger Wirkung. Beliebt {ind hier 
faft überall die breiten, Rattlichen Kuppelthürme auf dem Kreuzfchiff, zu denen 
aber auch an der Facade oft zwei fchlanke Thürme {ich gefellen. Der Früh- 
epoche gehören u. A. S. Millan zu Segovia und S. Ifidoro zu Leon an; 
den glänzenden Styl der Spätzeit vertreten die Kathedrale zu Tarra- 
gon a, die Kathedrale und die Magdalenenkirchc zu Zamora, die Stiftskirche 
zu Toro.  
FÜNFTES 
KAPITEL. 
D 
gothische 
StyL 
Das 
System 
der 
gothischen 
Architektur. 
S0 verfchieden der Geill des gothifchen Styles von dem der früheren Epoche 
war, fo hielt er doch ebenfalls an der durch die rornanifche gewölbte Bafilika 
gegebenen Grundlage feft. Die alten Elemente wurden nur in einem neuen 
Sinne umgewandelt. Die äußeren Mittel, deren man {ich dazu bediente, brauchten 
keineswegs erft erfunden zu werden; lie waren bereits vorhanden, und es galt 
nur, Iie in ihrer Bedeutung zu würdigen und zu einem conflruktiven Syftem zu 
vereinigen. Diefen genialen Griff thaten zuerfl die nordfranzöfifchen Baumeifter- 
Was die Geftaltung des Grundriffes betrifft, fo wählten fie jene reiche Form 
des Chorfchluffes mit Umgang und Kapellenkranz, welche fchon die romanifche 
Architektur in Burgund und Südfrankreich kannte. Auch die fünffchifüge An- 
lage des Langhaufes, die dreifcluiftige der Querflügel, die man Kathedralen ge- 
wöhnlich gab, fchrieb {ich von dorther. Nicht minder waren die wichtigften 
Beftandtheile der Conftrtiktion bereits früher an manchen Orten in Uebung- 
fchon an den mächtigen WafTerbauten der Römer 
Architektur wohl zu verwenden, und felbfl der 
Den Strebepfeilcr, den man 
iindet, wußte die romanifche
        

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