Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-788523
Denkmäler 
Vorgefchichtliche 
I3 
{törung machen diefe räthfelhaften Werke einen machtvoll feierlichen Eindruck. 
Die forgfältige Ausführung von Stonehenge deutet fchon auf eine vorgefchrittene 
Kultur, und der Inhalt der damit verbundenen zahlreichen Gräber fcheint zu 
beweifen, daß wir es mit einem Werke der Bronzezeit zu thun haben. 
Diefe Bronzezeit ift allem Anfchein nach die unmittelbare Nachfolgerin 
der Steinze 1l lange nach ihr ifl als die dritte große vorhiflorifche 
Epoche die Eifenzeit erfchienen, die dann iunmerlalich in die hiltorifchen Zeiten 
ausläuft. Thatfache ift, daß {ich fowohl in gewillen Pfahlbauten wie in einer 
Anzahl von Gräbern noch keine Spur von eifernen Waffen und Werkzeugen 
findet, während dagegen die Bronze zahlreich tiuftritt, und zwar vielfach noch 
in Verbindung mit {teinernen Geräthen. Dies ifl leicht zu erklären, wenn man 
bedenkt, daß die Bronze damals noch weit feltener und koftfpieligei" war als 
heute und daß man neben ihr noch lange in manchen Gegenden den Gebrauch 
von Werkzeugen und namentlich von Pfeil- und Lanzenfpitzen aus Feuerilein 
beibehielt. Haben {ich doch fogar bei Schliemanns bedeutfamen Ausgrabungen 
zu Troja (Hitlarlila) und Myken ae neben zahlreichen Gegenfländen von 
Bronze und Gold folche Fetterlleinwalfen vorgefunden. Aber auch die Bronze- 
zeit zerfällt in zwei Epochen, eine ältere und eine jüngere, von welcher merk- 
WiirdigCIWYCifC die ältere durch Feinheit und technifche Vollendung ihrer Werke 
die jüngere übertrifft. Diefe beim erften Blick auffallende Thatfache findet indeß 
ihre natürliche Erklärung darin, daß die Geräthe und NValfen aus Bronze zunächlt 
als fremde Erzettgnille, fei es des Orients fei es der Pltrtisker, bei den nördlichen 
Völkern eingeführt wurden. Wahrfcheinlich waren es die Phönizier, die fchon 
im grauen Alterthum bis nach den Gelladen BFiUlFlYliCDS Yordrangen, um gegen 
die Produkte füdlicher und orientalifcher Kunft das Zinn und den hochgefchätzten 
Bernltein einzutaufcheil. Die feineren Bronzewerke, die man im Norden findet, 
iind offenbar nicht -hier gearbeitet, fondern eingeführt, was fchon daraus erhellt, 
daß man von ihnen bei uns keine Gußformen gefunden hat, während man 
deren von den geringeren Bronzewerken mancherlei angetroffen hat. Dies gilt 
namentlich von den Melfern, Meißeln, Sägen, Ringen, Knöpfen, Lanzenfpitzen 
u. dgl., während die fein ornamentirtcn Diademe, llals- und Armbänder, Schwert- 
und Dolchgriffe u. f. w. das Gepräge einer fremden höher entwickelten Technik 
tragen. Auch die auffallend engen Armbänder, die überaus kurzen Handgriffe 
der Schwerter und Dolche lind offenbar für einen feineren als den europäifchen, 
namentlich den nordifchen Gliederbati gcfchaifen. Man darf daher alle diefe 
Werke, auch die NVaffen, wohl ntn- als ltnilbare Prunk- und Sclnnuclaltüclte 
auffaifen. Daß wir vielfach etruskifche Erzeugniile bei uns im Norden bis nach 
Skandinavien hinauf finden, ilt unzweifelhaft.  
 Unter den Schweizer Pfahlbauten bezeichnen befonders diejenigen der 
Wefilichweiz, namentlich in den Seen von Biel, Murten und Neuenburg den 
Uebergang zur Bronzgzl, und enthalten neben Pfeilfpitzen und andern Stein- 
Sßräthen Lanzenfp-iitzen, Knöpfe u. dgl. von Bronze. Auch die fogenannten
        

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