Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790620
Romanifche Kirchen in 
Deutfchlaxxd. 
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hältniiib und 
fchen Stylcs. 
materielle Bedingungen eine felblländige Umwandlung des romani- 
Diefe Länder wurden erll im Laufe des 12. Jahrh. dem Chriflen- 
thum dauernd unterworfen, daher fällt der Beginn der Bauthätigkeit hier in die 
letzte Epoche des romanifchen Styles. Man findet deshalb in den früheßen diefer 
Bauwerke bereits den fchweren romanifchen Spitzbogen und andere Formen der 
Uebergangszeit. Während man nun im Ganzen {ich an das in den fächüfchen 
Gegenden gebräuchliche Schema anfchloß, wurde eine Umgeflaltuilg der Glieder 
geboten, weil man bei dem Mangel gewachfenen Gelleins auf Herßellung von 
Backlleinen angewiefen war. Daher rnußten iich gewiife Formen einer dem 
Material zufagenden Umwandlung 
unterwerfen. Unter diefen ill das   
Kapitäl für die innere Architektur  r 
das wichtigfle Glied. Man ging  i 
bei feiner Gellaltung von der Wür-  ' TÄ- i 
felform aus: aber wenn dort der  f" A N  ä 
Uebergang von der runden Säule    E      
zur rechtwinkligen Deckplatte    
durch Kugelabfchnitte bewirkt     i 
wurde, fo wird er hier durch Ke- Fig. 300. Bogenfries aus jeriehow. 
gelabfchnitte gebildet, fo daß die 
fenkrechten Flächen des Kapitäls nicht aus Halbkreifen, fondern aus TFHPCZED, 
wie bei Fig. 304, oder aus Dreiecken, wie bei Fig. 305, beftehen. Auch die 
Gelims- und Kämpfergliederungen wer- 
den vereinfacht und um eftaltet. Das _ n:  
Ornament felbft dagegenäiritt faft gänz-   
lich zurück, wenn nicht bisweilen ein  G; 7 l M 
aus gebrannten Formfieinen gebildetes  X X:  xi 
Mulier die Deckplatte fchmückt oder newllir le   
auch die Kapitäle aus fchwedifchem itlii?  l  
Kalkftein gearbeitet werden. Sodann Fig. 307. Bogenfries aus Ratzeburg- 
verzichtete man fall ohne Ausnahme auf 
den Säulenbau und nahm durchweg die einfache Pfeilerbalilika auf. Doch gliederte 
{ich der Pfeiler bald durch vorgelegte Halbfäulen, von welchen die Gurtbögeim 
auffteigen. Am Aeußeren behielt man die romanifche NVandgliederung mit Li- 
fenen, auch wohl mit Halbfäulen, bei, nur die Bogenfriefe erfuhren mancherlei 
Aenderung. Der Rundbogeimfries, aus einzelnen Formlleinen zufammengefetzt 
und auf Confolen ruhend, kommt zwar auch vor; beliebter aber iii ein aus 
durchfchneidenden Rundbögen gebildeter (Fig. 306 und Fig. 307 rechts), oder 
ein rauteilförnmiger, ebenfalls auf-Confolen geflellter FrieS (Fig. 307 links); Das 
Dachgefinms wurde manchmal auf Confolen, mit einem Wechfel von vorfpringen- 
den und zurücktretenden, wie bei Fig. 306, manchmal mit übereckgeüellten 
Steinen, einer fogenannten Stifomfchicht, wie bei Fig. 307, gebildet. Endlich ilt
        

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