Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790538
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R0 m ani fcher 
Bauftyl. 
fäulchen, Blendbögeil und Galerien in reicher Mannigfaltigkeit. Nur 
Thürmen bemerkt man ein fchlankeres Aufßreben, was namentlich an 
an den 
den Rei- 
leren Dachhelmen {ich kund giebt, und eine lebendigere Gruppirung, fo daß auf 
den Ecken eines kräftigen Hauptthurmes {ich kleine Seitenthürmchen aus dem 
Kern löfen und die auffteigeilde Mittelfpitze begleiten. 
Was nun die Detailbildung diefer Bauten betrifft, fo beruht auch lie 
noch wefentlich auf den Grundzügen entwickelter romanifchex" Architektur. Aber 
Kleeblatt! 
agen. 
Kryphl zu 
Güllingen. 
wenn auch die Elemente diefelben bleiben, ihre Behandlung ill doch eine andere. 
An Bafen und Sockeln herrfcht noch immer die eckblattgezierte attifche Bafis, 
aber ihre Glieder werden nicht mehr fo hoch und RrafY, fondern flacher, weicher, 
tiefer ausgekehlt gebildet, fo daß die Pfühle zufammengedrückt erfcheinen und 
die Hohlkehle eine nach unten vertiefte Rinne darilellt. Das Eckblatt wird 
dadurch ebenfalls Hacher, breiter und meiftentheils 
Öfxfkßx in reicher Piianzeiuform behandelt. Ein ähnliches 
q") Verhältniß bemerkt man an allen übrigen Glie- 
dern, befonders den Gefimsbäimdern und Kämpfer- 
  gelimfen. Hier findet eine immer reichere Zu- 
?  fammenfetzung Ptatt, fo daß fcharf vorfpringende 
 zu F,eibu,g_ mit tief ausgekehltcn Stäben wechfeln, wodurch 
eine äußerft lebendige Schattenwirkung erreicht 
wird. Das Ornament felblt gewinnt oft den höchilen Grad von Schönheit und 
Eleganz (vgl. Fig. 297 u.'2g8). Befonders wird auch hier zufolge der äußerlt 
glänzenden Technik, die inzwifchen Gch ausgebildet hatte, das Blattwerk immer 
tiefer unterhöhlt. Alle Glieder des Baues, namentlich die Einfalfungen der Portale, 
Säulenfchäfte und Archivolten (Fig. 298) werden mit eleganten Ornamenten be- 
deckt. Ein für die letzte Uebergangsepoche vorzüglich bezeichnendes Kapitäl 
iPc das öfter vorkommende Motiv eines fchlanken Kelches, welchen in zwei 
Reihen über einander an langen Stengeln iitzende Blatt- oder Blumenknospen 
bekleiden (Fig. 299). Statt der Knospen treten zuweilen auch Thier- oder 
Menfchenköpfe ein (Fig. 300). Mit der reichen Gliederung und Decoration hing 
auf's Innigile der Farbenfchmuck zufammen, den man den Kirchen nach 
wie vor zu geben nicht unterließ. Dieter beftand nicht allein aus den figürlichen
        

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