Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790506
Uebergan gsformen: 
Fenfizer und 
Portale. 
2II 
Quergurte nicht erheblich erhöhte, fo kam es dagegen immer mehr in Gebrauch, 
die Scheitel der Kreuzgewölbe fehr hoch hinaufzuziehen, fo daß die Durchfchnitte 
durch die Mitte des Gewölbes nicht mehr eine gerade, fondern eine gekrümmte 
Linie ergeben (vgl. Fig. 285). Die Conftruktion der Gewölbe blieb aber meiften- 
theils diefelbe fchwerfällig laftende, bei welcher die ganzen Kappen aus mächtigen 
Bruchileinen höchii mafiiv ausgeführt wurden. ln manchen Gegenden jedoch, 
wo man ein leichteres Material, z. B. den poröfen Tutfflein, befaß, mauerte man, 
wahrfcheinlich durch das Vorbild des gothifchen Styles angeregt, die Gewölb- 
kappen aus diefem Material möglichlt leicht, und ließ {ie nicht allein an den 
Quergurten, fondern auch an kräftigen, von Haufleinen forgfaltig zufammenge- 
fetzten Kreuzrippen (Diagonalrippen) eine Stütze finden. Man bildete in der 
Regel folche Rippen in der Form von einfachen oder gedoppelteil Rundllzäben. 
An den Rundfiäben brachte man gern in gewilTen Abfländen tellerförmige große 
Schilder mit Sculpturfchmuclt an und ließ die Rippen felbft in einem oft als 
reiche Rofette geflalteten Schlußßeine zufammentreffen. Die Ausbildung des 
Gewölbes hatte unmittelbar eine weitere Entwicklung des Pfeilers 
zur Folge, fo daß derfelbe kreuzförmige Geftalt mit Halbfäulen  
und Eckfäulen erhielt (Fig. 286). Letztere bekamen oft in hal-  
ber Höhe oder in mehreren Abfiänden ringförmige Umfalfungen.  
Auch für die Quergurte und die Arkadenbögen, vor welche  
man gern kräftige Halbrundlläbe legte (Fig. 287 u. 288), hatte Fäi-rfesrö-Pääälgf- 
man am Pfeiler entfprechende Vorlagen in Gellalt von Halb- 
oder Dreiviertelfäulen angeordnet. 
Auch am Aeußeren treten nun Veränderungen auf, zunächfl: in der Behand- 
lung der Fenfler. Man kam bald darauf, je drei Fenfter zufammen zu ordnen, 
rund oder fpitz gefchloffeime, von denen meiflens das mittlere höher hinaufreicht 
      
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ig. 287. Gurt der Kathedrale von Paris. 
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FigJSS. Gurt der Kathedrale von 'l'ours. 
(Fig. 289 und 290). Ferner bildete man aus den früher einfacheren Kreisfenflern 
prächtige Rofen- oder Radfenfter, große kreisrunde Oeffnungen, die durch 
fpeichenartige, in der Mitte zufammentreffende Rundftäbe in viele Theile zerlegt 
werden (Fig. 291). Am häufigllen werden {ie über dem Weflportal, fodann aber 
14'
        

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