Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790460
Ueberwölbung fämmtlicher Räume. Gewiß ifl, daß ungefähr gegen Ende 
des 11. Jahrhunderts in mehreren Ländern gleichzeitig die gewölbte roma- 
nifche Balilika auftritt. Daß man dabei die Säulenbafilika wegen der Schwäche 
der Arkadenftützen von vorn herein verwerfen mußte, liegt auf der Hand. Nur 
der Pfeilerbau erwies {ich günflig für die beabfichtigte Umwandlung. Um nun 
für die Gewölbe des Mittelfchiffes eine Stütze zu gewinnen, mußte man an der 
Vorderfeite der Pfeiler Verflärkungen anordnen. Aber nicht an jedem Pfeiler. 
Da man für das Kreuzgewölbe ungefähr quadratifche Felder bedurfte, fo war 
nichts einfacher, als je einen Arkadenpfeiler zu überfchlagen und den folgenden 
für das Gewölbe auszubilden (Fig. 282 u. 283). Es wurden alfo an den be- 
treffenden Pfeilern Pilaftervorlagen, gewöhnlich mit Halbfäulen angeordnet, welche 
das Kämpfergefims durch- 
brechen und an_der Oberli  ä 
wand {ich bis etwa zu der  ä  
F enflerhöhe fortfetzen. Dort    
fchwingen {ich aus ihren  i  
Kapitälen nach entgegenge-        
fetzten Richtungen kräftige   i  
Gurtbögen empor. Die   2    
einen, an der Wand (ich    
hinziehend bewegen {ich in äl-Ü"  1:? f:  "  ä 
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der Langenrichtung derKir- ä "l  Ü   x 
che, als Verbindung der auf  i! 1 ä , ä 
einander folgenden Wand- ä 14   i ä 
läulen. Sie heißenliängen-   Qziälzä-I  all iä 
gurte, Loligitudlnal" Fig. 283. Romanifches Gewölbefyßexxx. 
gurte. Zugleich umrahmen 
lie als Schildbögen die einzelnen Wandfelder. Die anderen, die als Quer- 
gurte, Transverfalgurte, die gegenüberliegenden Stützen verbinden, theilen 
den Raum des Mittelfchiffes in feine befonderen Gewölbejoche (Traveen) ab. 
Zwifchen diefe Gurtbögen, von ihnen gehalten und getragen, fügt 5611 41b 
Kreuzgewölbe, in mächtiger Dicke manchmal bis zu zwei Fuß {lark maffiv ge- 
mauert. Indem nun die einzelnen Gewölbe mit ihrem Druck zum Theil gegen 
einander wirken, werfen lie durch ihre fortgefetzte Reihe den Schub einerfeits 
auf die mächtige, meiflens durch Thürme verflärkte weltliche Schlußmauer, an- 
dererfeits auf die kräftig entwickelten Eckpfeiler der Vierung und die Mauern 
von Querhaus und Chor. Um aber nach der anderen Richtung den Gewölben 
zu widerflehen, {ind die Kreuzgewölbe der Seitenfchirfe angeordnet und fämmt- 
liche Mauern in beträchtlicher Stärke emporgeführt. Von der Confiruktion diefer 
romanifchen Kreuzgewölbe geben wir unter Fig. 284 eine Darflellung, welche 
die Behandlung des Steinfchnitts anfchatilich vor Augen bringt. 
Diefe Umgeftalttmg hat manche Aenderung im Gefolge. Der Arkadeniims
        

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