Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790448
dielelbe auch äußerlich als befonders ausgezeichneten Raum erkennen zu lalTen. 
Die Fenlter werden an hervorragenden Stellen durch Einfalliing mit kleinen 
Säulen ausgezeichnet, wodurch ihre Laibung eine reichere Wirkung erhält. Sc 
hier (bei Fig. 276) an den Fenltern des Querfchiffcs. 
Die Thürme erhalten durch Schallöffnungen, welche durch Säulchen 
getheilt und mit Rundbögen gewölbt lind, eine lebendige Schattenwirkung und 
eine Erleichterung der zwifchen den kräftig behandelten Ecken liegenden Mauer- 
malfe. Um die dicke Mauer mit den dünnen Säulchen zu vermitteln, wird au] 
das Kapitäl ein logenannter Kämpfer gefetzt, d. h. ein 
von lchmaler Grundfläche des Kapitäls lich ltark ver-  Q 
breiterndes Glied, das vielleicht dem byzantinifchen  m, 
Kapitälatiffatz leine Entliebung verdankt. Am Kreuz-  
thurm (Fig. 276) bemerkt man über den Schalllöchern  
kleinere Oeffnungen in Geltalt eines fogenannten Vier-    
blattes, welche der romanilche Styl auch an Fenllern   
bisiveilenianxrvendet. Die Bedachung der Thürme (der g 
Helm) belleht aus einem ihrer Grundform entfprechen- Es"?   
den, alfo vierfeitigen oder polygonen Zeltdache. Nur  
der große weltliche Thurm hat ein in romanifcher Zeit iililiäirl" i"  
häufig vorkommendes Dach befonderer Art, delYen Flä-  -7     
chen verfchobene Vierecke lind, welche, von Giebeldrei-   '    
ecken auflteigend, in gemeinfamer Spitze gipfeln. Diefe  i  
befonders in den Rheinlanden beliebte Form erfährt bis-  
weilen (Fig. 280) eine weitere Entwicklung dadurch, daß l   
lie llCh zu der reicheren Gellalt eines achtfeitigen Pyra- i  l?- 
midendaches entfaltet. Was das Material betrifft, fo Fig.28o_ vom Dom zu Speiel 
werden die romanifchen Kirchthürme in manchen Gegen- 
den, z. B. am Rhein und in deh meillen Provinzen Frankreichs mit lteinernen 
in anderen Ländern dagegen mit hölzernen, fchiefer- oder kupfergedeckten Helmer 
verfehen.  
Die 
gewölbte 
Bafilika. 
Schon feit der altchrißlichen Epoche kannte und übte man die Wölbun; 
und an den alten Römerwerken hatte man genügende Beifpiele einer großartige: 
NVölbekunfl. Auch in den flachgedeckten Kirchen war es herkömmlich, die Chor 
nifchen mit einer Halbkuppel, die Krypten mit Kreuzgewölben zu bedecken 
Mancherlei Bedürfnifle und Wahrnehmungen führten bald auf eine ausgedehnter 
Anwendung diefer Conllructionsiveife. Zunächft fcheint man die Seitenfchiff 
gewölbt zu haben, um der Lafl der oberen Schiffmauer kräftiger zu begegner 
Zu dem Ende legte man an die Rückfeite der Arkadenträger Verflärkungemi" 
       Anex    k,
        

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