Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790413
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Romanifcher 
Baußyl. 
Mittelfchih" geneigten Dache abgefchlolfen. Den "Hauptfchmuck der Facade bil- 
dete das Portal. Durch mehrere hinter einander folgende rechtwinklige Aus- 
fchnitte; in welche man dünne Säulen llellte (vgl. Fig. 275, fowie Fig. 293), ge- 
wann man für die Laibung deflelben eine fchräge, durch runde und eckige 
Glieder und durch kräftige Schattenwirkung. lebendig bewegte Linie, die {ich nach 
außen erweiterte. Diefe Gliederungen führte man in confequenter Weife an dem 
Rundbogen, mit welchem das Portal gefchloiTen wurde, durch, fo daß auch 
hier der Wechfel von Rund- 
ftäben und Mauerecken eine 
lebendige Wirkung gab. Da 
aber die eigentliche Oeff- 
nung des Eingangs_in der 
Regel durch einen horizon- 
talen Thürflurz gebildet 
wurde, fo entftand über 
diefem ein vom Rundbogen 
umrahmtes Feld (das Tym- 
panon), welches man durch 
bedeutfame Reliefdarflellun- 
gen, meißens die Gcüalt des 
thronenden Erlöfers mit 
dem Buche des Lebens, be- 
gleitet von den Schutz- 
heiligen der Kirche, zu 
fchmücken pflegte. 
Neben jener gewöhn- 
lichen Thurmanlage findet 
man an rornanifchenKirchen 
auch noch andere Anord- 
nungen der Thürme, und 
zwar gruppiren lieh diefel- 
ben entweder am weltlichen 
Ende der Kirche, oder um 
das KreuzfchiH und den Chorbau. Sehr häufig verbinden {ich beide Sylleme; doch 
auch hierin beobachtet man manche Verfchiedenheiten. Es wurde nämlich in ge- 
wilfen Gegenden früh fchon auf der Vierung eine Kuppel errichtet, die {ich nach 
außen durch einen aus der Kreuzung von Langhaus und Querfchiff auffleigenden 
Thurm bemerklich nuachte. Um ein Beifpiel höchller Ausbildung zu bieten, an 
welchem obendreinidie Durchführung des gefammten Außenbaues klar zu erkennen 
iPc, geben wir unter Fig. 276 den öillichen Aufriß der Abteikirc he La ach. Man 
hat den Blick auf die drei Chornifchen. Die beiden kleineren treten aus der öllli- 
chen, in ruhiger Mauerl-läche aufllrebenden Wand des Querfchiifes hervor; die
        

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