Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790322
Aufbau der 
Batilika. 
193 
Chor mußte nämlich zu ihren Gunflen um eine Anzahl von Stufen über den 
Boden des Langhaufes erhöht werden. Das geringfle Maaß der Kryptenaus- 
dchnung umfaßt den Chor und die Apiis, manchmal wird aber auch die Vierung 
ganz oder thcilweife hinzugezogen, und bisweilen dehnt {ich die Krypta felhfl 
unter den Seitenarrnen des Querfchiffes aus. Um diefe Öfllichen Theile noch 
entfchiedener von dem der Gemeinde beltimmten Langhaufe zu fondern und als 
vorzüglich geheiligten, prielterlichen Raum zu bezeichnen, wurde das Mittel- 
qtiadrat durch niedrige Brüflungsmauern von den Kreuzarmen und dem Lang- 
haufc getrennt.  
Gegen das Mittelfchilf öffnet {ich die Vierung mit ihrem großen Gurtbogen, 
der die Stelle des Triumphbogcns in den altchrifllichen Bafiliken vertritt. Aber 
er {lützt {ich nicht wie dort auf zwei große vorgeflellteßäulen, fonderngfieigt 
von kräftigen Pfeilern auf, welche, der Anzahl der aufruhenden Bögen ent- 
fprechend, kreuzförmig gebildet find. Von ihnen gehen nun auch die Arkaden- 
reihen aus, welche das Mittelfchiff von den Seitenfchiffen trennen.- Diefe. Ar- 
kaden ruhen urfprünglich mit ihren Bögen auf je einer Reihe von Säulen (Fig. 
255). Sehr bald jedoch tritt der Pfeiler an ihre Stelle, entweder indem er {ie 
ganz verdrängt und aus der Säulenbafilika eine Pfeilerbafilikä macht, 
oder indem er, wie auf unferer Abbildung der Kirche zu Hecklingen und in 
Fig. 256, mit den Säulen abwechfelt. Manchmal weehfelt der Pfeiler felbft 
mit zwei Säulen, fo daß er jedesmal die Stelle der_ dritten Stütze einnimmt. 
Die Oberwände des Mittelfchiffes erheben lich in ianfehnlicher Höhe, und 
zwar etwa 2 bis 21], mal fo hoch als die Weite delfelben. Sie werden von 
einer flachen Holzdecke gefchloifen. Ziemlich dicht unter derfelbcn durchbricht 
eine Reihe von Fenltern die Rlauerfläche. Durch fie erhält das Ivlittelfcluiff eine 
felblländige, von oben einfallende Beleuchtung, während in den Umfafftlngs- 
mauern der Seitenfchiffe ebenfalls Lichtöffntingen zur- Erhellung diefer Neben- 
räume liegen. Gleich denen der altchriftlicluen Baiiliken lind auch hier die 
Lichtöffnungen im Halbkreife gewölbt, allein da man fie itunmehr mit Glas- 
Liibke, Batullyle. 4. Alm. r3
        

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