Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790299
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Mohamedanifche 
Baukunfi. 
lich 
angelegt 
als 
VCT 
fchwenderifch 
gefchmückt 
iPc 
das 
Grabmal 
Abbas 
ZU 
Ifpahan.  
Die türkische Architektur endlich gehört ebenfalls den fpäteren Zeiten 
der mohamedanifchen Kunit an. Bekannt ift, daß Mahmud lI. nach der Er- 
oberung von Conftantinopel im Jahre 1453 die Sophienkirche zur Mofchee ein- 
richtete. S0 weit aber waren die Türken von einem eigenen Style entfernt, 
daß fie überhaupt die byzantinifchen Formen annahmen und ihre Bauten durch 
chriftliche Baumeiiter ausführen ließen. Demgemäß fchließen (ich die türkifchen 
Mofcheen, deren man in Conftantinopel allein über 300 zählt, dem Grundplan 
der Sophienkirche an. Eine große Mittelkuppel, welche gleich denen der fpät- 
byzantinifchen Werke höher anfteigt als die der Sophienkirche, erhebt (ich, von 
Halbkuppeln begleitet, über der MatTe des Gebäudes. Oft treten auf den Ecken 
Seitenkuppeln hinzu, fowie auch die Vor-hallen meiftens mit Kuppelwölbungen 
bedeckt lind. Eine bezeichnende Zugabe bilden nur die fchlanken Minarets, die 
an den Ecken des Gebäudes auffleigen. Unter den Mofcheen zu Confian- 
tinopel macht {ich die des Sultan Bajazet vom Ende des 15. Jahrhunderts 
durch den Glanz ihrer antiken Marmorfragrnente bemerkbar. In ähnlicher Weife 
iit auch die Ausitattung der aus dem folgenden Jahrhundert flammenden Mofchee 
Soliman des Zweiten befchafft worden. Alle anderen überbietet jedoch an 
verfchwenderifchem Glanz die Mofchee Sultan Achmet's, deren Kuppel auf 
vier rieligen Säulen ruht, und deren Aeußeres durch fechs Minarets ausge- 
zeichnet ift. In den Paläiten und den übrigen Profanbauten hat feit den letzten 
Jahrhunderten der abendländifche Styl {ich immer mehr Eingang verfchafft, fo 
daß auch hier von einer felbfländig türkifchen Baukunli kaum noch die Rede 
fein 
kann. 
A 
N 
H 
A 
N 
Die 
russische 
Baukunst. 
Gleich der mohanuedanifchen ging auch die ruflifche Architektur vorzüglich 
von byzantinifchen Einwirkungen aus; gleich jener ill auch {ie ihrem Wefen nach 
ein Produkt des Orients. Die Grundlage, das griechifche Kreuz, deffen Haupt- 
punkte durch Kuppeln hervorgehoben werden, ift auf Byzanz zurückzuführen. 
Von dorther empfing Rußland auch gegen Ende des xo. Jahrhunderts unter 
Wladimir dem Großen das Chriftenthum. Kiew und Nowgorod, die alten 
Hauptflädte des Landes, prangten mit koilbaren Kirchen. Denn auch hier war
        

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