Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790120
Einrichtung der Baiiliken. 
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römifche Kapitäl, aber mit einer ftrengcren, mehr antik-griechifchen als 
römifchen Behandlung des Blattwerkes. Außerdem legte man einen urürfelartigen 
Auffatz als Verftärkung des Abakus auf Ge, von welchem der Bogen aufftieg. 
Bald wich man aber felbll in der Kapitälbildung von den antiken Muftern ab 
und griH zu einer trapczartigen Form, deren Flächen mit Hachgemeißelten Orna- 
menten, Blattwerk, Bandverfchlingungen oder geometrifclmen Linienfpielen bedeckt 
wurden (Fig. 235 und 236). Ueberhaupt wurde die Form der Balilika regel- 
mäßiger und felter, und zwar ohne Querfchiff, ausgebildet und zuerß eine 
Gliederung des Aeußeren verfucht. Man führte nämlichdie Mauern mit Ptärkeren 
Wandpfeilern oder Lifenen (Lifeen) auf und fetzte eine leichtere Füllung für 
die Fenfterwand ein. Endlich führte man neben der Baiilika einen einfachen 
runden GlOCliCHthllTm auf. Die Thürme fowie die ganzen Außenmauern 
der 
Kirchen 
wurden 
31.15 
Backüeinen 
errichtet. 
Von der freien Verwendung und Umbildung antiker Dekorationsformen, wie 
Iie iich, mit altchriülichen Emblemen, dem Monogramm Chrifii, dem Weinftock, 
dem Pfau als Symbol der Unüerblichkeit, u. a. m. an den Sarkophagen von 
Ravenna finden, geben wir in Fig. 237 aus der Kirche S. Apollinare in Claile 
eine Probe. 
ZWEITES 
KAPITEL. 
Der 
byzantinische 
Centralbau. 
Auch im byzantinifchen Reiche war zunächPt die Bafilika der Ausgangs- 
punkt der kirchlichen Architektur. Wie in Rom, fo erbaute Conftantin auch in 
feiner neuen Relidenz und in anderen Städten feines Reiches mehrere Kirchen, 
die uns als Hachgedeckte Bafiliken bezeichnet werden. Noch iPc in Bethlehem 
die größe fünffchifüge Bafilika erhalten, welche die Mutter des Kaifers, die h. 
Helena, gründete. In ihrer Anordnung, ihren Säulen, dem geraden Gebälk, dem 
Kreuzfchiife gleicht iie durchaus den früheiten römifchen Bafiliken. 
Im Laufe des fünften Jahrhunderts bildete {ich dagegen im oftrömifchen 
Reiche allmählich ein auf anderen Grundlagen beruhender Styl, den man als 
eigentlich byzantinifchen aufzufaffen hat. Diefer ging von dem altrömifchen 
Kuppelbaue aus. Zwar gab es auch in Italien gcwiffe kirchliche Gebäude, an 
welchen die Form der Kuppel vorherrfchte. Befonders find dahin die Bapti- 
ilerien (Taufkapellen) zu rechnen, welche auf runder oder polygoner Grund- 
lage mit einer-Kuppel überwölbt waren. Dennoch blieben diefe Planbildungen
        

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