Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790104
überwölbten Schallöffnungen verfehen, dem Gebäude ganz äußerlich und ohne 
Qrganifche Verbindung zur Seite trat.  
Schließlich haben wir noch einiges über die innere Einrichtung der Ba- 
1ilika beizubringen. In diefer Hinficht zerfiel das Gebäude in zwei Haupttheile: 
die rneiflens gegen Oßen angelegte Apfis fammt dem Kreuzfchiffe, welcher Theil 
als Sanctuarium oder Presbyterium für den Altar und die Geillilichkeit be- 
Ptimmt wurde, und das Langhaus, welches die Gemeinde aufnahm. In der Mitte 
der Nifche ftand der erhöhte Stuhl des Bifchofs, um den (ich an den Wänden 
die Sitze der höheren Geiltlichkeit im Halbkreife hinzogen. Den Altar, welcher 
frei vor der Nifche {ich erhob, bildete ein Tifch, durch einen Baldachin (Cibo- 
rium) überbaut, deflen Vorhänge gefchlollen und geöffnet werden konnten. Den 
mittleren Raum des Kreuzfchiffes wies man der niederen Geililiclmkeit an, welche 
den Chorgefang auszuführen hatte, wovon in der Folge der Ausdruck "Chor" 
auf die Oertlichkeit übertragen wurde. Von den beiden Seitenßügeln des Kreuz- 
fchiffes hieß der eine, vornehme Männer und Mönche aufnehmende, Sena- 
torium, der andere, Matronaeum genannte, wurde angefehenen Frauen und 
Nonnen eingeräumt. Das ganze Sanctuarium wurde von dem für die Gemeinde 
beftimmten Langhaufe durch eine marmorne Mauerfchranke getrennt, die an 
beiden Seiten mit einer erhöhten Kanzel (Ambo) verbunden war. Von der 
füdlicheil wurde dem Volke die Epiftel, von dem nördlichen das Evangelium 
vorgelefen. 
Die iGemeinde theilte {ich in das Langhails und zwar fo, daß die Männer 
die nördliche, die Frauen die füdliche Hälfte einnahmen. War kein Qtterfchiff 
vorhanden, fo zog man, wie an S. Clemente zu Rom, den der Aplis zunächfi 
liegenden Theil des Mittelfchiffes zum Sanctuaritim hinzu und fchied ihn durch 
Schranken von den übrigen Thcilen. Am weftlichen Ende der Kirche grenzte 
man ebenfalls durch eine niedrige Brufhvehr, die in der ganzen Breite des Innern 
hinlief, einen fchrnalen Raum ab, der wegen feiner Form oder Beftimmting den 
Namen Narthex (Rohr, Geißel) erhielt, denn er nahm die noch nicht zur Ge- 
meinfchaft der Kirche gehörenden Katechumenen auf, die nur zum Anhören der 
Epiiiel und des Evangeliums zugelalfen und beim Beginn des heiligen Opfers 
entfernt wurden. Endlich legte {ich oft an diefe Seite der Ba{ilika ein äußerer, 
von Säulenhalleil rings umfchloffener Vorhof (Atrium, Paradisus), in delfen 
Mitte ein Brunnen (Cantarus) Hand, aus welchem man beim Eintreten  ähn- 
lich wie beim griechifchen Tempel  zum Zeichen innerer Reinigung {ich be- 
fprengte. Während des Gottesdienßes hielten {ich hier diejenigen auf, welche 
aus der Kirche ausgefioßen, öffentlich Buße thun mußten. 
Am zahlreichßen fanden {ich die Bafiliken in Rom felbii vor. Unter den 
von Conßantin 
erbauten zeichnete 
{ich 
die 
alte Peterskirche 
durch ihre Größe, 
fünffchiffige Anlage und reiche Ausfchrnückung aus. Auch die Paulskirche 
vor den Mauern Roms (vgl. Fig. 233 und 234), die etwas fpäter unter Theodo- 
{ius aufgeführt wurde, iil ein fünffchiftiger Bau von gewaltigen Vcrhältniileri,
        

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