Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790078
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Altchrifiliche 
Baukunfi. 
dortigen Säulenfiellungen in unmittelbare Verbindung tritt. Was 
dort rings umfchlolfener Raum war, ift hier zu einem hohen Mittelfchiffe mit 
niedrigen Seitenfchiffen (Abfeiten) geworden, und es iPc ein bauliches Sy- 
 Rem gewonnen, welches entfchieden in der 
Längenrichtung fortleitet, bis es fein Ziel, die 
 _ - 2-: große Halbkreisnifche, trifft. Diefe (Apfis, 
g   Concha, Tribuna genannt) fchließt mit ihrem 
_5  mächtigen Bogen das Mittelfchiff. Häufig lin- 
E" w " "  m  det {ich aber auch ein Querhaus (Kreuzfchiff) 
u: u w i angeordnet, welches in der vollen Höhe des 
 I 2 S 55' Mittelfchiffes {ich zwifchen diefes und die Aplis 
 : i legt. Es öffnet (ich mit einem, bisweilen auf 
 2 : I : Säulen geßellten Halbkreisbogen, dem foge- 
2 Z 2  nannten Triumphbogen, gegen das Mittel- 
 : ä I ä fchifl". Meiliens tritt das Kreuzfchiff mit feiner 
i : MafTe über die ganze Breite des Langhaufes 
Z  : ' hinaus.  Der Zugang endlich blieb, wie bei 
  D 2 : den antiken Baiiliken, an der der Nifche gegen- 
: j E : überliegenden Schmalfeite, wo meiflens eine 
e."    e. w" a, Vorhalle von der Höhe der Seitenfchiife iich 
 ll     E vor die ganze Breite des Gebäudes legte, aus 
   i" " welcher in jedes Schiff ein befonderer Eingang 
Fig. 233. Balilika s. Paul vor Rom. führte_ 
Die Säulenreihcn, welche das Mittelfchifl" von den Seitenräumen trennten, 
hatten zugleich die ganze LaIl der oberen Schiffmauer zu tragen. Um fie zu 
diefer Funktion tauglich zu machen, kam man nun auf die bedeutende Neuerung, 
daß man die Säulen in etwas weiteren Abßänden {lzellte und Ratt des Archi- 
travs durch breite Halbkreisbögen (Archivolten) verband, die unter 
einander ihren Seitenfchub aufhoben und dem Oberbaue eine kräftige Stütze 
bOICH. WO man dagegen den antiken Architrav beibehielt, da entlaftete man 
ihn, wie an der Bafilika S. Praffede zu Rom, durch flache Stichbögen (d. h. 
Bögen, die nicht einen Halbkreis, fondern ein kleines Segment des Kreifes bilden), 
oder man {lellte die Säulen in dichterer Reihe auf.  Bei manchen der großen 
Bafiliken ordnete man neben den beiden Säulenreihen noch zwei andere an, fo 
daß jederzeit zwei, im Ganzen vier Seitenfchiffe das Mittelfchiff einfchließen." 
Die Beibehaltung der oberen Galerien über den SeitcnfchifTen, die man mitunter, 
z. B. an. S. Agnefe bei Rom, antrirft, ift im Allgemeinen eine Eigenthümlich- 
keit byzantinifcher Bauweife, zum Zwecke einer nach der Sitte des Orients ge- 
bräuchlichen Ifolirung des weiblichen Gefchlechts. 
Ueber den fchräg anßeigenden, an den Mittelbau gelehnten Pultdächern der 
Seitenfchiffe erhob {ich die Oberwand des Mittelfchiffes zu bedeutender Höhe, 
nur durch eine Reihe von Fenüern jederfeits durchbrochen. Diefe waren an-
        

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