Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-788453
Pfahlbau im Zürichfee bei Meilen entdeckt wurde, ifi die Forfchung Lmabläflig 
fortgefchritten, fo dal's man jetzt mehr als 200 folcher Niederlallimgen in der 
Schweiz kennen gelernt hat, denen {ich immer noch neue anfchließen. Außer 
dem Zürichfee fand man u. a. folche in den Seen von Pfäfiikon, Murten, Sem- 
pach, Zug, im Vierwaldllätterfee, im Bodenfee und in den Seen von Neuenburg 
und Biel, von denen der letztere wohl den größten Reichthum an folchen An- 
liedlungen enthält. Die ältellen diefer Niederlaiftmgeiu gehören noch der Stein- 
zeit an, in andern findet man bereits die Gegenllände der Bronzezeit. Erwägt 
man die außerordentlichen Schwierigkeiten, {olche umfangreiche Werke blos mit 
Ilülfe von Steingeräthfchaften herzuflellen, fo muß man über die Ausdauer und 
Gefchicklichlaeit der alten Bewohner der Schweiz Raunen, und man begreift, 
daß es {ich hier nicht um vorübergehende Zuüuchtsßätten, fondern um die Be- 
gründung eiauerndcr Wohniitzc handelte, und zwar für ein Volk, das nicht mehr 
 
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Durchfchnitt eines Pfhhl 
bei Czxßzione. 
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Fig- 
Anordnung der Pfahlreihcn in den 
Schweizer Seen. 
wie in der Urzeit ausfchließlich auf die Jagd angewiefen war, fondern {ich den 
friedlichen Befchäftigungen des Ackerhuues und der Viehzucht widmete. Man hat 
nun auch in den Seen Oberitaliens, neuerdings auch im Starnbergerfee und ander- 
wärts ähnliche Niederlallhxigen gefunden und die Reihe diefer Entdeckungen ill 
noch lange nicht abgefchlolfen. 
NVie weit die Sitte, auf Pfuhlbuuten in Seen oder Mooren zu wohnen fchon 
im Altcrthu 
bekannt 
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durch 
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der 
ns die 
Pfahlbauten 
eines macetlotuifchen Stammes im See Praiias in einer W'eife fchildert, welche 
mit den tchweizerifchen Pfahlbautcn die größte Uebereinlliinmung verräth. Auch 
am Flulle Phaiis, der {ich öftlich in's fclnvarze Meer ergießt, lebten die Einwohner 
auf Pfahlbuuten in den Sümpfen. Noch heute findet man Aehnliches in den 
dortigcti Gegenden, und ebenfo trifft man noch jetzt bewohnte Pfahlbauten in 
Neuguinea, in verfchiedeneti Gegenden des innern Afrika, namentlich am Tfehad- 
fee, im ()rin0c0 und an andern weit entlegenen Punkten. 
Ohne [Wage hat man diefe mühfame Art von Anlagen mitten im Waller nur 
deshalb gemacht, um {ich gegen plötzliche feindliche Lleherfälle möglichfl zu 
Iichern. Die Pfähle der {chweizer Pfahlbattten lind von Eichen, Buchen, Tannen
        

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