Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790062
ERSTES 
KAPITEL. 
Der 
altchristliche 
Basilikenbau. 
WVährend der erllen Zeiten des Druckes und der Verfolgung mußten die 
jungen chrilllichen Gemeinden heimlich _in den Häufern der Begüterten unter 
ihnen, in den Katakomben (den tinterirdifchen Begräbnißflätten) oder an anderen 
verborgenen Orten zufammenkommen, um die llille Feier ihrer Liebesmahle zu 
begehen. Vom Beginn einer eigenen Architektur kann alfo hier nicht die Rede 
fein. Aber noch ehe durch Conflantin das Chrillenthum die {laatliche Aner- 
kennung erhalten hatte, richtete {ich bereits die Thätigkeit auf Anlage ange- 
mellener Gebäude für den gemeinfamen Gottesdienfl. Wie nun die ganze Kunll- 
technik diefer Zeit noch auf antiker, wenn auch verkommener Ueberlieferung 
beruhte, fo knüpfte man mit der Form des chrilllichen Gotteshaufes auch an 
ein heidnifches Vorbild an. Daß der antike Tempel als folches nicht dienen 
konnte, lag in der Natur der Sache begründet. Dagegen bot {ich eine andere 
Gattung antiker Gebäude dar, welche einen Anknüpfungspnnkt für die Gelialtung 
einer den BedürfnilTei-l des Cultus entfprechenden Grundform verlieh. Dies war 
die Bafilika, und zwar nicht bloß die große Markt-Bafililta, fondern zunächli 
jene bafilikenartigen Säle in den anfehnlicheren Privathäufern, die oft den erflen 
Chriflen als Verfammlungsorte dienten, ehe {ie ihre Feierlichkeiten öffentlich zu 
begehen wagten. Doch bedurfte diefes Vorbild der durchgreifendflen Umge- 
flalttingen, um den Anforderungen des neuen (ieiftes zu genügen. 
lm Allgemeinen befland auch die chrifiliche Balilika aus einem oblongen, 
rechtwinkligen Gebäude und einer vor die eine Schmalfeite gelegten halbkreis- 
förmigen Nifche. (Fig. 233.) Aber während die antiken Baliliken einen Mittel- 
raum hatten, der ringsum von Säulenhallen und über denfelben {ich hinziehen- 
den Galerien eingefchloifen wurde, bietet die altchriflzliche Balilika vor allen 
Dingen einen hoch hinaufgeführten, mit einem Dachftuhle bedeckten Mittelraum, 
der zwar an den beiden Langfeiten die niedrigen Säulenhallen, bisweilen mit der 
oberen Galerie, beibehält, mit der Nifche dagegen durch Befeitigung der
        

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