Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-790038
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Römifche Baukunft. 
dagegen treten wir durch den breiten Eingang in den wieder um zwei Stufen 
erhöhten Hautpraum des Haufes, den Oecus H, welcher, 24 Fuß breit, 32 Fuß 
tief, einen geräumigen Saal darllellt. Von hier wie vom Periflyl aus war durch 
den 5 Fuß breiten Gang I eine Verbindung mit dem Garten gegeben. Daneben 
{ind K und die kleineren anitoßenden Räume die Küche nebft einem Gemach 
zum Anrichten der Speifen. Dies waren die Räume, welche dem Eigenthümer 
des Hatifes als Wohnung dienten, und zu denen im oberen Gefchoß nur noch 
eine Anzahl von Zimmern, wahrfcheinlich für die Sclaven, hinzukam. Die 
übrigen Theile haben eine derartige Lage, daß Iie anderweitig vermiethet werden 
konnten. So {ind an der Vorderfeite und an der einen Langfeite a mehrere 
Verkaufsläden, N dagegen an der anderen Langfeite gehören einer Mieth- 
wohnung an, und die fechs mit b bezeichneten Räume enthielten eine Bäckerei 
und Mühle. 
Glänzender und freier entfaltete fich diefer Zweig der Architektur in den 
Paläilen und Landhäufern der Vornehmen und namentlich der Kaifer. Der 
fpäteilen Zeit der römifchen Kunit gehört der Palaft des Diocletian zu Spa- 
lato in Dalmatien (Salona) an, den der Kaifer {ich zum Mufefitz erbauen ließ, 
als er im Jahre 365 die Regierung niederlegte. Er bildet ein Viereck von 705 
Fuß Länge bei 600 Fuß Breite, ohne die Thürme 650 bei 520 Fuß, und umfaßt 
eine ungemein mannigfaltige Menge der verfchiedenften Prachträume. 
Von der Art, wie die Römer ihre Wohnungen auszufchmücken pflegten, 
geben die Städte Pompeji und Herculanum die mannigfachften Beifpiele 
(Fig. 232). Särnmtliche Zimmer lind mit Wandgemälden-bedecltt, und zwar in 
der Weife, daß die Fläche der Wand einen einfachen, entweder hellen oder 
dunklen Ton zeigt. In der Mitte iit ein kleines Feld ausgefpart, das durch ein 
Gemälde gefchmückt wird. Anmuthige Arabesken umfchließen und verbinden es 
mit der Wand, die auch ihrerfeits oft durch derartige fpielende Darftellungcn 
eingerahmt erfcheint. Den unteren Theil der Wand bildet ein meiftens dunkel 
gefärbter Fuß. 

        

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