Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789883
Halbfäulen des Erdgefclmoffes, b Kämpfer und Bogenprofil Vdafelbfl, c Poflament 
und Balls der ionifchen Halbfäulen des zweiten Gefchoffes. Am Marcellustheater 
hat die dorifche Ordnung noch den Triglyphenfries, am Coloffeum hat lie die 
Triglyphen als etwas Müßiges abgeflreift. 
Eril in der letzten Zeit der rönlifchen Kunfl kam man darauf, die Säule 
unmittelbar mit dem Bogen zu verbinden, fo daß man die Gräten der Kreuz- 
gewölbe von jener auffteigen ließ. 
Aber auch jetzt behielt lie ein   
Stück verkröpften Architravs bei. N i   
So {ieht man es in den großen 5 
iSalen der Thermen (Fig. 22a und X (Z  ß 
in der Balilica des Conflantin '  X  
Fig. 210). Die decorative Aus- NYXX   
bildung der Bögen und Gewölbe äx X3? X Xx 
felbli trug ebenfalls immerfort die 3x  
dem Deckenfyflenl der Griechen ÄX  
entlehnte Form der Kallettirttng x X Xtx 
und bei den Bögen die des ge- Ä ä  
fchwungenen, in der Regel nach N  
ionifcher Weife dreigetheilten Ar-  
chitravs, d. h. der Archivolte. x  X 
llöehfte Pracht in Entfaltung reich  X   
durchgebildeter plaltifcher Zierden   
macht befonders den Charakter i x  
der römifchen Gewölbdecoratio- _ w  ä  
nen aus. (Fig. 210.)  X i" ,  
Für die Belebun ' l "   X 
g kLl inneren K  c 
Wandtlächeia benutzten die Römer " "Öx 
in tlmfallendliei" NVeife das Nifehen-  
fyliem. Reihen von Nifehen, mit  
vortretenden Säulen fammt Gebäl- xi  
ken und Giebeln eingefaßt, geben  
eine lebendige Wirkung, befonders  
wenn man {ich die Nifchen mit Figizwpmhle vom hlarceuuslheateh 
Bildwcrlten ausgefüllt denkt. Diefer 
Art lind die Nifchen im Pantheon, im 'l'empel der VenuS und ROIIIR und in 
den Prachtbauten zu Balbek (lleliopolis). In der Regel gibt man den Nifchen 
abwechfelnd rechtwinkelige oder bogenförmige Giebel; bisweilen erhalten auch 
die Wölbungen dcrfelben eine mufchelartige Gellalt. Nicht minder wichtig wird 
das Nifchenfyüem, wo es in großartigem Maßftabe angewendet, zu mannig- 
faltigen Plangeilaltung der Gebäude dient: große Halbkreisnifchen, Exedren oder 
Tribunale, bisweilen auch complicirter zufammenfioßende Nifchen geben den
        

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