Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789835
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Römifche 
Baukunü. 
als ein Fortfchritt gegen jenes zu betrachten. (Fig. 210.) Diefes entlleht, wenn 
ein quadratifcher Raum in feinen beiden einander rechtwinklig fchneidenden Axen 
von je einem TOHHCDgCNVÖlbC bedeckt wird. Denkt man die beiden gleichartigen 
Gewölbe in einander gefchoben, fo werden {ie {ich in zwei Linien fchneiden, die 
kreuzweife mit diagonaler Richtung die fcliräg entgegengefetßzten Ecken des Raumes 
verbinden. Diefe Gewölbegräten (Nähte, Gierungen) werden einen elliptifclien 
Bogen befclireiben und vier Bogendreiecke einfchließen, welche man Kappen 
nennt. Das Kreuzgewölbe Ileigt alfo von vier Stützpunkten auf, zwifchen welche 
  eben fo viele Schildbögen ausgefpannt 
 (ind, fo daß nirgends eine horizontal 
Q  Z5 abfchließende 'Wand erforderlich, 
kj:  715::- vielmehr eine wechfelvolle Belebung 
   des ganzen Deckenfyftems bewirkt 
e.   'I   ifl. Diefem älthetifchen Vorzug ge- 
_     fellt {ich noch der conltruktive Vor- 
 f  T?" theil, daß hier nicht mehr ganze 
    1'       w  
           beiten, fondein nur. die vier btutz- 
   (m  II punkte als Harke Widerlager zu be- 
 I?!  i   '35, i. H, ü "Ihm handeln find, woraus ein Raumgewinn 
     und eine Maffenerfpilitung hervorgeht. 
   hi   _5A w,   UnferenAbbildung Pig. 210 zeigt in 
  l   der Balilica des Conflantin das Kreuz- 
   gewolbe  das hlittellchiü", das 
 (3  g! l;  l  lonnengewolbe für das Seitenfchiff 
M!  k-  iliiii   m" angewendet. 
1'  l I  l XW  Neben diefen Gcwölhformen kommt 
  I   als dritte in der römifchen Architek- 
  w      
  1'"  , c e eii e 
F,g_209_ Tonnengewölbth kreisrunden Raum überdeckt (vgl. 
Fig. 220). Ihre Conltruktion wird 
durch horizontal gelagerte Schichten von Steinen gebildet, die vermöge ihres 
nach dem Mittelpunkte der Kugel gerichteten Keilfchnittes die Wölbung nach 
den {latifchen Gefetzen des einfachen Halbkreisbogens bewirken. Ihre Lafl wuchtet 
in gleicher Weife auf allen Theilen des runden Mauercylinders (des Tambours), 
auf WClChern lie ruht, und der demnach eine kräftig maffenhafte Anlage erfordert. 
Auch für die lialbkreisförmige Nifche, mit welcher man rechtwinklige Räume an 
der einen Schmalfeite zu fchließen liebte, wurde meiltens eine Halbkuppel als 
Wölbung gewählt. 
Aber nicht bloß für die Ueberdcckung der Räume, fondcm auch 
Gliederung der inneren Wandflächcn erwies {ich der BOHCÜbaU 
Man theilte die Maucrmallb entweder durch Hachc Blcndbögen, oder 
für die 
wichtig. 
gab ihr
        

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