Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789733
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Römifche Baukunft. 
blieb der römifche Baugeift nicht bei ihr ftehen; in dem Streben für feine 
koloffaleren Werke ein Kapitäl zu finden, das reiche Zierlichkeit mit fchwerer 
Pracht Verbände, griff er zu der Auskunft, auf den unteren Theil des ltorinthi- 
fchen Kapitäls anftatt der leicht elaitifchen Spiralftengel die breiten Voluten fammt 
dem Echinus des ionifchen Kapitäls zu legen. So entPtand das fogenannte 
Comnofita-  194), eine Form, die nicht eben 
glücklich gewählt ifl, da {ie {tatt des lebendigen Auffprießens der leichten Glieder 
einen unvcrmittelten Gegenfatz zwifchen den zarten Spitzen der aufrechtftehenden 
Vom 
Triumphbogen des 
Akanthusblätter und dem fchwer wuchtenden, horizontal aufliegenden Echinus 
fammt den Voluten zur Schau trägt. Von den Säulenbafen ift noch zu fagen, 
daß Iie an d'en Prachtwerken römifcher Architektur in einer den übrigen Theilen 
entfprechenden Fülle der Gliederung auftreten. Außer der attifchen Bafis wird 
mit befonderer Vorliebe eine reichere Form angewandt, welche eine doppelte 
Kehle nach unten wie nach oben mit je einem runden Wullt einfchließt, und 
diefem mannigfachen Formenwechfel durch aufgemeißelte Blätter, Kränze und 
Flechtwerk noch freicres Leben, noch fchlagendere Wirkung verleiht. Einige Bei- 
fpiele diefer reichen Decoration geben wir in den Fig. 195 und 196, welche den 
Wulft der attifchcn Säulenbalis in feiner üppigen Ausbildung zeigen. 
Mit den Säulen correfpondirend werden die Stirnfeiten der Wände bei den
        

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