Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789650
zwei etruskifche Thore erhalten, unter denen das eine, das logenailnte IIIOI" des 
Augulhls, eine fpätere, reichere Behandlung verräth. Ungleich bedeutender, ja 
wahrhaft großartig erfcheint der GCWÖlbCbElll jedoch an dem mächtigen Werke der 
Lmterirdifchen Ahzugskanäle zu Rom, die unter der Herrfchaft der Tarquinifehen 
Könige gegen Anfang des fcchflen Jahrhunderts v. Chr. von Etruskern aufge- 
führt wurden. Sie hatten die Beilimmung, die Niederungen zwifchen den Hügeln 
der Stadt trocken zu legen und die Unreiniglteiten abzuleiten. Daher vereinigen 
lich die verfchicdunen Kanäle in einen Hauptkanal, die Cloaca maxima, welchet 
mit einer Breite von 20 Fuß in die Tiber mündet. Die Sicherheit und Kühn- 
heit, mit welcher der GCWÖlbClJüLI hier bei fo beträchtlicher Spanmveite durch- 
geführt ifl, die Felliglteit, mit welcher derfelbe nun feit mehr als zweitaufend 
Jahn 
dem 
ungeheuren 
Gewicht, 
das 
auf 
ihm 
laflct, 
Zll 
(FOIZCH 
weiß, 
ba 
wundernsxverth. 
Bezeichnend ili indeß, daß auch bei den Etruskern der Tcmpelhau di 
Wölbung noch unberiicklichtigt ließ. Zwar ifl kein Beifpiel einer folchen Anlag 
übrig geblieben, allein Vitruv gibt eine ausführliche Befchreibung vom Syfter 
des ctruskifchen Tempels, und einige an Grahmälern erhaltene Darllellungen VOl 
Faeaden reichen hin, das Bild zu vcrvollfländigen (Fig. 182). Mit dem grie 
chifchcn Tempel hatte der etruskifche die Aehnlichkeit, daß er aus einer fäulen 
getragenen Vorhalle und einer Cella für das Götterbild belland, und daß ei 
giebclförmiges Dach ihn. bedeckte. Doch zeigt die Grundform fchon eben F 
viele bedeutfame Llnterfehicde. War der gricchifche Tempel ein Rechteck, deffe
        

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