Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Geschichte der Baustyle
Person:
Lübke, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-787987
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-789640
Etruskifche Slädtemauern. 
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Zu den alterthümlichflen Werken etruskifcher Baukunfl gehören einige 
Städtemauern, welche nach Art der pelasgifchen Werke Griechenlands aus 
großen unregelmäßig bearbeiteten polygonen Stcinblöcken ohne eine Verbindung 
von Mörtel errichtet find. Solcher Art lind die Mauern der Stadt Coffa. An 
anderen Orten dagegen, wie zu Volterra, Populonia, Fiefole, Cor- 
tona, zeigen die Steine bereits horizontale Lagerung, jedoch keinen regel- 
mäßigen Fugenfchnitt. Außerdem gibt es gewiffe gewölbartige Denkmäler, deren 
Form, durch die Ueberkragung horizontaler Steinfchichten gebildet, an die 
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Fig. 180. Quellhaus zu Tusculum. 
     
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Anlage der griechifchen Thefauren erinnert. Ein folches {indet {ich in Rom im 
fogenannten Tullianurn, dem untern Gemache des mamertinifchen Gefängnifles. 
Mehrere unterirdifche Werke der Art, wahrfcheinlich Grabmäler, trifft man auch 
zu Tarquinii, Volci und an anderen Orten. Dahin gehört auch das "Quell- 
haus" zu Tusculum (Fig. 180). 
Wichtiger jedoch und vom nuchhaltigflen Einfluß auf die fernere Entwick- 
lung der Architektur ifl die Thatfache, daß die Etrusker den eigentlichen Ge- 
wölbebau, den durch keilförmige Steine rgebildeten Bogen ausgebildet haben. 
Das Wefen diefes Bogens beruht darauf (lifig. 181), daß feine einzelnen Steine 
mit ihren dicht an einander ftoßenden, durch Mörtel verbundenen Fugen in der 
Linie eben fo vieler Radien liegen, die {ich im Mittelpunkte des Halbkreis- 
bogens treffen. Da jeder einzelne Stein das Beftreben hat, nach unten zu 
gleiten und die benachbarten zu verdrängen, fo keilen {ie {ich gleichfam 
unauflöslich in einander und verbinden {ich mit Hülfe des Mörtels zu einer 
monolithen Maffe. Mehrere gewölbte etruskifche Bauten ünd auf uns gekom- 
men. ZunäehH haben wir einige alte Stadtthore zu erwähnen, unter denen eins 
zu Volterra (Fig. 181), in enger Verbindung mit den bereits oben genannten 
Mauern der Stadt, das alterthümliclmüe fein mag. Auch zu Perugia haben {ich
        

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