Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elias Holl, der Reichsstadt Augsburg bestellter Werkmeister
Person:
Vogt, Wilhelm Lau, Otto E.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-687418
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-688347
Leipzig gelangt, aber alle 3 böse Füssc bekomenc Was 
aus ihnen geworden ist, verschweigt die Chronik. Das 
Unglück machte den sonst so rührigen und lebhaften Ver- 
fasser recht stiil und in sich gekehrt, nicht minder das 
Alter. Erfreuliches und Grosses gab es nichts mehr zu 
verzeichnen, so legte er denn müde und gebeugt auch 
die Feder aus der Hemd, seinem Ende und der Erlösung 
von allem Leid mit stiller Resignation entgegensehend, 
nachdem ihm 1635 auch seine zweite Frau der Tod 
entrissen hatte.  
Sein Lebensabend 
trübtß 
sich 
also 
unter 
den 
bösen 
Zeitliiuften 
immer 
mehr 
Holl 
hätte 
Besseres 
verdient. 
Fast bis auf die Neige musste cr den Schmerzensbecher 
seiner Zeit mit ziustrinlaen. Erst zwei Jahre yor dem 
Ende des Krieges schied er von hinnen, wie die Inschrift 
seines Grabsteines besagt: xAnno 1646, Ö. januarii 
starb der ehrbzir Elias Holl, Stadtwerckmeister allhie, 
dem Gott gnädig sei, Amenß Diese Grabplatte ist in 
unserm Jahrhundert vom Kirchhof weg in den nördlichen 
Rathaustunn übertragen und auf der Treppe, die von 
dem Vorsaale des ersten Stockes zum goldenen Saale 
führt, in den Pfeiler zwischen den beiden Fenstern ein- 
gemauert worden. Dahin gehört dieses letzte Wort aus 
seiner Zeit über den heirrigegangenen Meister auch ohne 
Zweifel. So lange dieser stolze Bau über die Häuser 
und Mauern der Stadt emporragen wird, ist der Name 
dieses kunstfertigen nnd schlichten Baumeisters unver- 
gessen. Er hat den Besten seiner Zeit genug gethan 
und den Wandel irdischen Wesens bitter erfahren, aber 
mit 
der 
Stärke 
eines 
gefestigten 
Charakters 
ertragen.
        

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