Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elias Holl, der Reichsstadt Augsburg bestellter Werkmeister
Person:
Vogt, Wilhelm Lau, Otto E.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-687418
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-688293
und kein Geld inehr in der Cassa; müssten also 
das Bauen bestens möglich einziehen (t. 
Mit einem Schlage aber wurde die Lage der Stadt eine 
sehr gefährdete. Der von dem Jesuiten Lamormain 
geleitete und seinen fanatischen Ratschlägen nur zu sehr zu- 
gängliche Kaiser F e r d i n a n d III. verhängte unsägliches 
Leid über Augsburg. Dass hier einst die evangelische 
Kirche sich gegründet hatte, indem, wie bekannt, die 
evangelischen Stände vor Kaiser und Reich ihre, die 
Augsburger Konfession, übergaben, dass hier der neue 
Glaube auf dem Reichstage von ! 555 reichsrechtliche 
Anerkennung gefunden hatte, konnte man der Stadt 
nicht verzeihen und sollte ihr jetzt eingetränkt werden. 
Obwohl die Anhänger der beiden Rcligionsgenossen- 
schaften friedlich neben einander wohnten und sich gegen- 
seitig weder wegen des Glaubens noch Besitzstandes an- 
fochten, so ersah sich Lamormain doch gerade diese 
Reichsstadt mit arger List als das Versuchsfeld aus, wie 
weit man das berüchtigte Restitutionscdikt durchführen 
könne. Der Kaiser bot dazu in frcvelhafter Weise die 
Hand und missbrauchte seine Reichsgewalt zu einer un- 
erhörten Unterdrückung friedlicher Bürger. Das klarste und 
unanfechtbarste Recht wurde missachtet und mit Füssen 
getreten. liin Stein nach dem andern wurde aus dem 
festgefügtcn Bau der Einrichtungen der Stadt mit Gewalt 
herausgesprengt, eine beträchtliche Anzahl von Bürgern 
recht- und schutzlos roher Vergewaltigung preisgegeben. 
Proteste und Bitten verhallten ungehört in der Luft. 
Rücksichtslos wurde die Gegenreformation durchgeführt, 
durch welche verdiente iMänner schwerste Not traf. 
Selbst Katholiken empörten sich über diese Gewaltthaten, 
und es gereicht noch heute einem Manne wie Bern-
        

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