Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elias Holl, der Reichsstadt Augsburg bestellter Werkmeister
Person:
Vogt, Wilhelm Lau, Otto E.
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-687418
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-688200
in den Fürstenzimmern zur Ausführung kamen, zu- 
schreiben würde oder vielmehr dürfte. Allein für eine 
solche Annahme fehlt nicht bloss jeder Anhaltspunkt in 
den erhaltenen amtlichen Urkunden, sondern ihr steht 
auch der erschwerende, schon hervorgehobene Umstand 
entgegen, dass er in seinen Aufzeichnungen eine solche 
Thätigkeit mit keiner Silbe erwähnt, im Gegenteil von 
einer freien Zeit spricht, die er zu allerlei Studien benützt, 
die wir in seinem sogenannten grossen Buche vor 
uns haben. Dagegen kann ich der Meinung nicht bei- 
pflichten, dass rHoll als Zeichner der feinen, voinehmen 
Holzarbeiten in den Fürstenzimmern stilistisch noch viel 
unwahrscheinlicher ist als Kagera sowenig wie der andern, 
dass man ihn xkaurn unter die Architekten ersten Ranges 
einordnenx dürfe. Für die erste Behauptung mangelt 
der Beweis; gegen die andern aber dienen Holls Werke 
als die unanfechtbarste Widerlegung. Man wird auch 
besser thun, Kager nicht die Fähigkeit abzusprechen, 
zwei so verschiedenen Stilarten gewachsen gewesen zu 
sein. Nicht die Zeichnung als solche, sondern die 
Ausführung war dieiHauptsache, Auch die noch 
vorhandenen Risse Holls sind keine vorzüglichen zeich- 
nerischen Kunstleistungen, und doch wie meister- 
haft erscheinen sie in der Ausführung. Darauf kam 
es an, ob das Kunstgewerbe der Zeit auf der Höhe einer 
solchen Aufgabe stand; und diese Frage muss in aller- 
erster Linie in Beziehung auf die damaligen Schlosser 
und Schmiede und Schreiner entschieden bejaht werden. 
Die Kistler Jakob Dietrich und Hans Schertlin 
haben in den F ürstenzimmern eine selten erreichte Meister- 
schaft bekundet: mit solchen leistungsfähigen Meistern that 
sich derjenige leicht, der den Gedanken, den Ent-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.