Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711750
lorit, aber es zeigte auch die Zeichnung seiner Com- 
positionen, die, voll inneren Dranges nach Leben 
und Bewegung, die strengen gehaltenen Lineamente 
ruhiger Formen zu durchbrechen scheinen, und ähn- 
lich Wie bei Michel-Angelo, nur mit mehr sinnlicher 
Leidenschaft, auf der äussersten Grenze des wirklich 
Möglichen erscheinen. Ist es nun schon schwer für 
den Kupferstecher, sich in dieser leuchtenden Farben- 
welt zu orientiren und Alles für den Stich zu ordnen 
und zu vertheilen , um eine dem Gemälde ent- 
sprechende Wirkung hervorzubringen; so kommt 
nun auch noch die Schwierigkeit der Zeichnung 
hinzu, die bei den bis zur äussersten Grenze des 
Realen getriebenen Compositionen nichts übertreiben, 
aber auch nicht zu wenig thun darf, um die Har- 
monie des Ganzen nicht zu verderben. So fordert 
der Stich nach seinen Gemälden nicht bloss Uebung 
und Durchbildung der Technik, sondern auch ein 
tiefes Verständniss seiner Malereien und ein inniges 
Mitgefühl dafür. Und das war es , was Rubens 
durch persönlichen Umgang mit seinen Freunden zu 
erwecken suchte, was ihm auch soweit gelang, dass 
diese überall nur ihren bewunderten Freund Rubens 
sahen, und ihren, unter seinem Einüuss geübten und 
gebildeten Grabstichel vorzugsweise nur der Ver- 
vielfältigung seiner Gemälde und der Gemälde seiner 
Freunde, eines van Dyck und Iordaens widmeten. 
Dieser Umstand hat der unter Rubens Einüuss und 
Theilnahme gebildeten Kupferstecher-Schule eine ge- 
wisse Einseitigkeit und Abgeschlossenheit gegeben, 
die, als nach seinem Tode seine persönliche Theil- 
nahme aufhörte, auch mehr und mehr erkannt und 
gefühlt wurde und mehrere flandrische Kupferstecher
        

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