Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711746
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Kraft und Kühnheit der Linien, wie er Aehnliches 
bei Ioh. Müller sah, aber auch diesen durch mehr 
Wärme des Vortrags, ja selbst durch malerische 
Wirkung (Kreuztragung nach Dürer) zu über- 
treffen. 
Wie hoch geschätzt Aegid. Sadeler ward, doch 
wurde er bald verdunkelt durch eine Reihe iiandri- 
scher Kupferstecher, die sich unter den Einfluss 
ihres bewunderten Freundes Rubens stellten. Peter 
Paul Rubens (1577-1640) war in Antwerpen der 
Mittelpunkt, um welchen geschickte und strebsame 
Kupferstecher sich versammelten, um seinen Ruhm 
zu verherrlichen und durch den Stich seiner Werke 
selbst daran Theil zu nehmen. Rubens selbst ver- 
band sich mit ihnen, und bei dem Interesse, das er 
an der Vervielfältigung seiner Werke nahm, war 
er bemüht, zu sorgen, dass es in der würdigsten 
Weise geschehe. Bei allen seinen hervorragenden 
persönlichen Eigenschaften war er viel zu sehr 
Künstler, als dass er nicht hätte Wünschen sollen, die 
Kunst auf allen Wegen, wo er sie erblickte und er- 
reichen konnte, seinen eignen Leistungen ebenbürtig 
zu machen. Er war ein grosser Colorist und forderte 
von den Kupferstechern, die seine Freunde waren, 
dass sie mit dem Grabstichel malen sollten, und 
er war selbst mit Rath und That behülflich, zu 
zeigen, wie sie dies zu machen hätten.  Rubens 
besass eine lebhafte Empfindung, verbunden mit 
leidenschaftlicher Bewegung und kühnem Drange 
nach Handlung. Alles ist bei ihm empfunden, voll 
innerem Drang nach Handlung, leidenschaftlich er- 
regt. Dieser subjectiven Eigenthümlichkeit entspricht 
sein leuchtendes, mit breitem Pinsel behandeltes Co-
        

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