Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711722
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die besten Kupferstecher an, die zum Theil auch 
Maler waren. Diese Malergilde hatte bereits mit 
den grossen Traditionen der van Eick'schen Schule 
gebrochen und dem nationellen Realismus sich zu- 
wendend, suchte sie denselben mit dem Idealismus 
der Renaissance in Italien zu verbinden; wesshalb 
auch die Maler dieses Landes sich gern nach Italien 
wendeten, wie schon früher ein Mabuse, Cocxie, 
Orley u. a., wo sie zwar einen gewissen Idealismus 
schöner Formen annahmen, aber auch den mytho- 
logischen Geschmack mitbrachten. Doch bewahrten 
sie die Freude und den Sinn für historische Compo- 
sitionen, während in dem materialistisch ge- 
sinnten Holland die Historie in dem niederen Genre 
unterging. 
Die iiandrischen Kupferstecher dieser Zeit halten 
anfangs noch fest an der von Lukas v. Leyden aus- 
gebildeten und von den Brüdern Wierix bis zur 
höchsten Sauberkeit gesteigerten Technik; doch fand 
auch schon die kräftigere Manier eines Goltzius 
Anklang und Anwendung. So hatte Nikolasde 
Bruyn, 1570 in Antwerpen geboren, den Kupfer- 
stich bei seinem Vater Abraham gelernt, der fest 
hielt an der feinen sauberen Manier der Holländer, 
der sich auch sehr wohl für die kleinen Dimensionen 
seiner Blätter, nach denen er zu den kleinen Meistern 
seines Landes zu rechnen ist, eignet. Sein Sohn 
Nikolas aber liebte grosse Dimensionen und iiguren- 
reiche Darstellungen, und nahm selbst den Lukas 
v. Leyden zu seinem Vorbilde, womit er aber den 
Zweck einer guten Wirkung gänzlich verfehlte. Nicht 
wirksamer sind die Blätter, wo er einen breiteren 
Stich anwendet; es fehlt ihnen die nöthige Harmonie.
        

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