Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711669
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Allgemeinen zum Besonderen über und lernte auch 
achten auf das Individuelle der Landschaft, auf das 
heitere Spiel der Lichter und Schatten, auf die dunkeln 
Gestalten der Wolken, wie auf das bunte Beisammen 
der belebten Welt. In solchen höchst poetischen 
Darstellungen zeichnete sich vor allem die hollän- 
dische Malerschule aus, und die Maler be- 
währten diesen poetischen Sinn auch in ihren Radi- 
rungen. Kaum ist ein anderer Kunstzweig in dieser 
Stichart mit so viel Liebe und Theilnahme ausge- 
bildet, als die Landschaft, und die für diesen Kunst- 
zweig so geeignete Radirnadel glücklicher und geist- 
voller verwendet. Bei der grossen Menge der Künstler, 
welche sich durch landschaftliche Radirungen bekannt 
gemacht haben, sind jedoch nur einige wenige her- 
vorzuheben. 
Zunächst sind drei Landschaftsmaler zu nennen, 
die nur nationalen Inspirationen folgten, wie Roland 
Rogmann aus Amsterdam, 1597-1685, der gern 
Felsen und verfallene Schlösser darstellte;  Peter 
Molyn der Vater, in Harlem um 1600 geboren, der 
Landschaften mit Bauernhütten und Figuren radirte, 
die sich durch schönes Helldunkel auszeichnen;  
Moses Uytenbroeck, im Haag um 1600 geb., 
der Geschichten und Landschaften, beide auch in 
Verbindung mit der Nadel und dem Grabstichel dar- 
stellte. 
Zu den italisirenden Malern, die in Rom 
ihre Studien machten oder vollendeten, gehört Herr- 
mann van Swanefeld, 1620-1690. Er bildete 
sich in Italien nach Claude Lorrain, belebte seine 
Landschaften mit biblischen und mythologischen Dar- 
stellungen, und bediente sich, um die nöthige Har-
        

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