Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710850
Noch niemals hat eine Kunst die Wiege selbst 
gezimmert, in welcher sie geboren und gepilegt sein 
wollte; sie hat nur benutzen können, was in Ueber- 
lieferung gegeben und vorhanden war. S0 erschien 
auch der Kupferstich in einer schon bewussten 
Thätigkeit (er wusste, was er wollte), deren Anfänge 
in den bereits vorhandenen Kunstbestrebungen der 
Zeit sich verbargen. 
Seine Wiege stand in den Werkstätten der 
Goldschmiede, aus denen er theils seinen Geburts- 
adel hatte, der ihm früh Achtung und Theilnahme 
verschaffte, theils sein Geburtserbe, nämlich die 
Technik der Goldschmiede, mit dem Grabstichel feine 
Linien der Zeichnung und Schattirung in das Metall 
(Kupfer) zu graviren; diese einfachen Elemente ver- 
arbeitete er mit Fleiss und Studium zu einem wun- 
derbaren System von Linien (Schrafiirung), das ihn 
würdig machte, mit seinem bescheidenen Schwarz 
auf Weiss, doch mit der f arbenreichen Meisterin 
(der 
und 
Malerei) unter Einem Dache 
die Reize der Anmuth und 
wohnen zu dürfen, 
Schönheit zu ent- 
falten, die ihm von jeher so 
wunderer erworben haben. 
viele 
Freunde 
und 
Dem Kupferstich voran gingen die niellirten 
Arbeiten der Goldschmiede. Bei dem Werthe, den 
die in Metall gravirten Zeichnungen für die mit 
mancherlei Kunstfertigkeiten ausgestatteten Gold- 
schmiede hatten, konnte es nicht auffallen, in ihren 
Werkstätten auch die Kunst zu finden, Abdrücke 
davon zu nehmen, und ein Verfahren zu besitzen, 
wie diese, zunächst nur für die Goldschmiede werth- 
vollen Abdrücke auch für Laien der Kunst verviel- 
fältigt werden könnten. Der Kupferstich konnte
        

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