Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711652
mehrere Schriften verfasste, die er mit seinen Ra- 
dirungen schmückte. Eine grosse Theilnahme wid- 
mete er der hl. Schrift, deren Geschichten er in 
einigen 60 grossen Blättern darstellte, die unter dem 
Titel: Icones biblicae veteris et novi testamenti, 
Amsterdam bei P. Mortier in einem grossen zwei- 
bändigen Bibelwerke erschienen. Diese Blätter be- 
zeugen zwar die reiche aber nichts Weniger als 
maassvolle Eriindungsgabe des Stechers auch darin, 
dass er sie mit einer solchen Menge Figuren aus- 
gestattet hat, dass man so zu sagen in den vielen 
Noten zum Texte kaum die Melodie vernimmt. 
Eine höchst anmuthende Gruppe bilden die 
Radirungen der holländischen L a. n d s c h a f t s m al e r. 
Nachdem schon die berühmten italienischen Maler 
des 16. Jahrhunderts mit einer gewissen Sorgfalt die 
landschaftlichen Hintergrunde ihrer Gemälde behandelt 
hatten, bedurfte es nur eines Schritts weiter, um die 
Landschaft selbst zur Hauptsache der Darstellung zu 
machen. Diesen Schritt that die Venetianische Maler- 
schule, welche die Wiege der modernen Landschafts- 
malerei ist. Man malte die Landschaft in dem all- 
gemeinen Charakter, wie man sie in Italien zu sehen 
gewohnt war, mit den schön und frei geschwungenen 
Linien der Gebirge, mit ihren antiken Tempeln und 
Gebäuderesten, und Schäfer mit Heerden im Schatten 
kräftig belaubter Baumgruppen etc. So entstand in 
Italien die sogenannte heroische Landschaft mit 
ihrer ernsten feierlichen Stimmung, und die Schöpfer 
derselben, die beiden Poussin und besonders Claude 
Lorrain sind noch heute unvergessene Meister. Ihrem 
Vorbilde folgten mehrere holländische Maler. Nun 
ging aber der Realismus dieses Landes von dem
        

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