Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711627
keiner wie er so ganz und völlig nur seine eigene 
Natur und Art reproducirt. Er ist ganz subjectiv 
und seine Subjectivität ist der Holländer aus der 
Mühle am Rhein. Diese Subjectivität hielt er aber 
fest zusammen, liess davon nichts wegkommen, darin 
nichts eingehen, und War in dieser Beziehung gewiss 
eine Künstlercharakter wie Wenige.  Er War ein 
reicher Mann geworden, und war es durch die 
niedere, gemeine Grewinnsucht geworden, die ihn 
beim Verkauf seiner Radirungen leitete. Ob sein 
jüdischer Geschmack am Erwerb mit seiner selt- 
samen Neigung für orientalische Draperien zu- 
sammenhing, könnte eine psychologische Frage sein. 
Wie geschätzt und gesucht seine Radirungen sind, 
als Mensch stand er in seinem Vaterlande nicht in 
besonderen Ehren. Dem bösen Leumund, den er 
hatte, verdankt vielleicht das Gerede seine Ent- 
stehung, dass er wegen unsittlicher Vergehen, und 
um drängenden Gläubigern zu entgehen , nach 
Schweden entflohen und daselbst unbekannt gestorben 
sei. Doch zeugt gegen diesen Leumund der Um- 
stand, dass der Bürgermeister Six sein Freund War 
und dass er am 19. Juli 1664 in Amsterdam gestorben 
und begraben ist. 
Die Zahl seiner Schüler und besonders seiner 
Nachahmer im In- und Auslande ist nicht unbedeu- 
tend. Zu seinen besten Schülern gehört Ferdinand 
Bol, 161 1 in Dortrecht geboren und 1681 in Amster- 
dam gestorben. Wie er sich mehr als Rembrand zu 
beschränken wusste, so ist auch seine Art zu radiren 
gernässigter und ordentlicher.  Sodann sind seine 
Mitschüler ]oh. Livens und Ich. Georg van 
Vliet zu nennen. jener, 1607 in Leyden geboren,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.