Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711611
nicht ausgeschlossen ist, und dann die eigentliche 
Radirung, wobei die Kupferplatte entweder nur 
allein durch Aetzung zum Abdruck fertig gemacht, 
oder mit der kalten Nadel und selbst mit dem Grab- 
stichel nachgeholfen wird, um mehr Kraft oder Har- 
monie in die Darstellung zu bringen.  Dieser Ra- 
dirung bedienten sich nun auch mit dem grössten 
Beifall die berühmten holländischen Maler, unter 
denen voran Paul Rembrandt van Ryn ge- 
nannt werden muss, der durch ein wundersames 
Spiel von Schatten und Licht eine eigene Manier zu 
radiren schuf, die nach ihm die Rembrandfsche 
Manier genannt wird, wo in einem iinstern Raum 
ein gesperrtes Licht die Gegenstände grell beleuchtet. 
die Form der Gegenstände aber war gleichgültig, und 
in unbestimmten, flüchtigen Umrissen gezeichnet. Er 
war 1606 in einer Mühle am Rhein geboren und 
starb 1664 in Amsterdam, wohin er, nachdem er sich 
kurz zuvor mit einer Bäuerin verheirathet hatte, im 
Jahre 1630 übersiedelt war. Er war ein Genie mit 
allen Vorzügen und Fehlern desselben. Er hatte 
nichts gelernt, war ohne den Weg der Schule, ohne 
bildende Studien, die er gelegentlich verspottete, in 
die Hallen der Kunst gekommen, wo er immer nur 
aus dem Eigenen schöpfte, und das ihm Eigene war 
die gemeine niedere Natur, die ihn umgab , die war 
sein Parnass und sein Paradies, darin er lebte und 
webte. Sein ausgeprägter Sinn für Farbe machte 
ihn zu einem bewunderten Coloristen, aber ein guter 
Zeichner war er nicht. Er soll keinen Kopf, seinen 
eignen nicht einmal, richtig gezeichnet haben. Im 
Allgemeinen hat kaum ein anderer Künstler so wenig 
wie er von fremder Art und Kunst angenommen, 
H
        

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