Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711575
geboren; dann Ionas Suyderhof um dieselbe 
Zeit in Leyden geboren. Alle diese Meister haben 
noch einen Sinn für die historische Schule ihres 
grossen Vorbildes, Rubens, bewahrt, nach dessen 
Gemälden sie auch ihre besten Kupferstiche geliefert 
haben. Nur Louys und Suyderhof, die vorzüglich in 
Portraitstichen Waren, haben ihre Technik auch den 
Darstellungen des niedern Genres gewidmet.  Aber 
erst Cornelius Visscher war der ausgezeichnete 
Meister, der mit seinem ganzen Kunstgefühl und 
mit seinem bedeutenden Talente dieser neuen Kunst- 
richtung angehörte. Seine Lebensumstände sind 
wenig bekannt. Er soll um 1610 in Harlem oder 
Amsterdam geboren sein und etwa bis 1670 gelebt 
haben. So lange er unter dem Einfluss Soutmanns 
stand, hat er auch nach Rubens gearbeitet, aber 
diese Arbeiten sind doch die wenigst gelungenen 
seiner Werke. Erst als er sich von diesem Einfluss 
frei gemacht hatte, entfaltete er sein reiches Talent, 
theils in Stichen nach eigenen Zeichnungen (die 
Kuchenbäckerin, der Rattenfänger, die Zigeunerin, 
die Katze), theils nach Meistern des niederen Genres 
(A. Brouwer, Ostade, P. de Laar), theils in Land- 
schaften nach Berghem; und dann in Portraits (meist 
von Holländern), die in Betreff der Kraft und des 
lebendigen Ausdrucks zu den trefflichsten Leistungen 
gehören, die der Kupferstich aufzuweisen hat. Was 
diesen Künstler auszeichnet, ist: die malerische Ver- 
bindung des Grabstichels mit der Radirnadel, und 
wieder die Gegeneinandersetzung beider Werkzeuge 
(die Zigeunerin) und dann: die vortreffliche Zeichnung, 
die namentlich in den Stichen nach Ostade gerühmt 
wird.  Sein Bruder Jan Visscher, 1635 in Amster-
        

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