Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710847
daher muss man wissen, welcher Technik der Kupfer- 
stecher sich bedient hat. Eingehende Belehrung darüber 
geben A. v. Barsch in der „Anleitung zur 
Kupferstichkunde" und j. E. Wessely in 
der „Anleitung zur Kenntniss u. z. Sammeln 
der Werke des Kunstdrucks". Hier in aller 
Kürze nur so viel: die älteste, edelste und schwierigste 
Technik ist die Arbeit mit dem Grrabstichel, die mit 
rein, fest und sicher eingravirten Linien schattirt 
(der eigentliche Kupferstich). Eine andere Technik 
ist die Radirun g, wo die mit einer spitzen Nadel 
auf das Kupfer übertragenen Lineamente der Zeich- 
nung mit Scheidewasser in das Kupfer vertieft, 
hineingeätzt werden (daher auch Aetzkunst genannt). 
Dies ist die von den Malern häufig angewandte 
leichte Technik. Da aber die geätzten Linien rauh 
erscheinen, so müssen sie, wenn sie diese Rauheit 
verlieren sollen, mit dem Grabstichel nachgearbeitet 
werden, in Welchem Falle sie der Arbeit mit dem 
Grabstichel gleichen.  Andere, später erfundene 
und Weniger werthvolle Arten der Technik sind: die 
Schabkunst, die Punktirmanier, die Tuschmanier 
u. a., worüber das Weitere später zu sagen ist. 
Die Technik des Kupferstichs kann th eoretisch 
(Theorie des Kupferstichs) und h i s t o ris c h betrachtet 
werden. Die Theorie des Kupferstichs, eine noch 
kaum bedachte Wissenschaft, hat das Wesen der 
Technik, und die darin liegenden entwicklungsfähigen 
Elemente in ihrer Nothwendigkeit und Gesetzmässig- 
keit nachzuweisen. Wie sich aber diese in der 
Technik liegenden Elemente successiv in der Zeit ent- 
wickelt und entfaltet haben, hat die Geschichte 
des Kupferstichs darzustellen.
        

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