Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711533
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Familien 
Kunst in 
zu verbreiten. 
Holland in dem 
Diese Rolle 
sogenannten 
spielte 
die 
Genre, 
das in seinen Darstellungen aller Idealität baar 
und ledig ist, aber doch p o eti sch schildert in einer 
launigen, komischen, gemüthlich-humoristischen Weise, 
so dass man es den Fritz Reuter in der Malerei 
1181111611 
möchte. 
Das 
Genre 
ist 
eine 
rein 
weltliche 
oder 
verwelt- 
lichte Kunst, die nicht höher beurtheilt werden kann, 
als {ihre Regionen reichen; ihre Regionen aber 
reichen nicht über die Wolken und Nebel der Zeit- 
lichkeit, in Welcher die mancherlei Vorkommnisse 
des häuslichen und bürgerlichen Lebens der höheren 
und niederen Stände aufgesucht und mit trügerischem 
Lichte erleuchtet werdenß) 
i) In der Genremalerei werden zwei Hauptrichtungen unter- 
schieden, nämlich I. das niedere Genre, welches Zustände aus den 
niederen Volksklassen in ihrer derben Ungebundenheit darstellt. Die 
vorzüglichsten Vertreter desselben sind die Holländer: Adrian 
Brouwer, Adrian Ostade, seine Schüler: Corn. Dnsart, Corn. Bega; 
der Humorist Jan Steen u. A. Dann die Flamländer: Peter Breughel 
der Alte, und David. Taniers.  2. Das höhere Genre schildert 
Situationen aus den höheren Gesellschaftskreisen und das Treiben 
häuslicher Wirthschaften, aber ohne die Ausbrüche eines ungebunde- 
nen Lebensgefühles. Zu den vorziiglichsten Meistern dieser Gattung 
gehören Gerhard Terburg, Gerhard Douw, Gabriel Metzu, Caspar 
NetschenFranz van Miris, Nikolas Verkolje, Gottfried Schalken u. A. 
Bei dieser Gattung liegt der Reiz zumeist nur in einer pikanten 
Vollendung der Farbentechnik, womit die Stoffe, Geräthe und ähn- 
liche Dinge gemalt sind; und sind ohne allen poetischen Werth, 
wenn ihnen der Stempel der Gemüthlichkeit fehlt.  Ein Maler, der 
es verstand, das Genre mit seinen anmuthigen Landschaftsbildern zu 
verbinden, und dessen Gemälde oft in Kupfer-Stichen erscheinen, war 
Philipp Wouwermann.
        

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