Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711521
dritten Sohn, Cornelius, 
Epoche machend ward. 
der 
für 
den 
Kupferstich 
Neben der Schule des Goltzius bereitete sich in 
dem kleinen Holland eine Kunstrichtung vor, die 
diesem Lande eigenthürnlich zugehört und zu einer 
durchaus selbständigen Bedeutung sich entfaltet hat. 
Hierüber zunächst einige Worte. 
Die Kunst kann einem schön facettirten Brillant 
verglichen werden, dessen glänzende Reüexe durch 
das Licht bedingt werden, das sie erregt, es sei 
Sonnenlicht oder Lampenlicht. In Holland war es 
ein Lampenlicht, das in dem Edelsteine reflectirte, 
nämlich der bis in die niedrigsten Sphären erregte 
Volksgeist. Die gewaltigen politischen und religiösen 
Bewegungen, die dies kleine Land durchwühlten, 
drängten hier mit zwingender Nothwendigkeit die 
Aufmerksamkeit auf die wirklichen Verhältnisse, auf 
die realen Zustände, und so ergab sich hier auch die 
Kunst dem Realismus wie einem Wucherer, der den 
ausgiebigsten Gebrauch davon machte bis in zahllose 
fliegende Blätter hinein, die man im Volke ver- 
breitete, um mit allerlei Bildern zu verhöhnen, was 
man mit Waffen bekämpfte und mit Wort und Rede 
verspottete. Die Kunst, die hier freilich noch nie in 
das Heiligthum des Idealismus eingekehrt war, und 
sich höchstens auf dem Vorhofe der Heiden darnach 
umgeschaut hatte, vertilgte jetzt die letzte Spur 
davon und übernahm die Rolle, einen Begriff, ein 
Bild zu geben von allerlei Zuständen und Vorkomm- 
nissen in den niedrigen Sphären des Volkes, lustige 
Zeitung zu bringen von Dorffesten und Wirthshaus- 
scenen, und harmlosen Klatsch aus Häusern und
        

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