Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711518
ductionskraft, d. i. jenen Act der Begeisterung ver- 
missen, wo Gefühl und Erkenntniss vereint erscheinen, 
wo in Einem Momente ein Erkanntes mit aller Gluth 
und Wärme des Gefühls umfasst, und das Gefühl 
vom Erkannten in seiner ganzen lebendigen Fülle 
und Tiefe erregt wird. Und wenn es dabei einen 
Unterschied macht, 0b das Erkannte ein wie aus 
höherer Welt hervortretendes Idealbild, oder 0b es 
nur ein durch Reiiexion auf die niedere sichtbare 
Welt entstandener Begriff ist; dann wird man freilich 
in der Schule des Goltzius weder ein innerlich er- 
kanntes Idealbild, noch eine warme Lebendigkeit des 
Gefühls antreffen. Nicht die Begeisterung hat den 
Grabstichel geführt, sondern eine mechanische Kunst- 
fertigkeit. Die eigenen Erfindungen, oft das Beste 
in dieser Schule, sind nicht innerlich gefunden, 
sondern durch Reflexion auf die äussere Welt ge- 
macht. Nicht selten erinnern sie an den grossen 
Drachen des Propheten, der in seinem glumigen 
Wasser liegt und spricht: Mein ist der Strom, und 
ich habe ihn mir gemacht. Auch die Maler, nach 
deren Gemälden gern in Kupfer gestochen wurde, 
wie C. van Haarlem, Stradanus, B. Spranger, Abra- 
ham Blömärt u. a. hatten auch, oft nur zu sehr, aus 
dem glumigen Wasser ihrer nationalen Kunstsphäre 
geschöpft und konnten den Kupferstich wenig be- 
leben. Abraham Blömärt war auch ein guter 
Formschneider, und hat sich durch ein mechanisches 
Verfahren bekannt gemacht, das darin bestand, dass 
er die Umrisse seiner Darstellungen radirte und die 
Schattentöne mit Holzstöcken hineindruckte. Auch 
hat sein Name einen guten Klang durch seinen
        

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