Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711508
wahrscheinlich aus dem Haag gebürtig war, aber 
später in Antwerpen lebte.  Die Brüder oder 
Vettern Bartholomäus und Zacharias Do- 
lendo aus Leyden, in der zweiten Hälfte des 16. 
Jahrhunderts, waren Schüler von Goltzius und Jakob 
de Ghein und arbeiteten mit einem feinen Grab- 
stichel; von dem letzteren giebt es mehrere Portrait- 
stiche, die an die Gebrüder Wierix erinnern.  Bei 
weitem der bedeutendste unter den Schülern des 
Goltzius ist Jan (Johann) Müller. Von seinen 
Lebensumständen ist wenig bekannt. Er soll um 
1570 in Amsterdam geboren sein und blühete zwischen 
1589 und 1625, war ein guter Zeichner und arbeitete 
mit grosser Leichtigkeit tmd Kühnheit, worin er 
seinen Lehrer weit übertraf. Bei einer sparsamen 
Oekonomie seiner Strichlagen, deren er gewöhnlich 
zweie anwendet, ist er doch weder einseitig in der 
Behandlung, noch eintönig in der Wirkung des 
Ganzen, doch ist diese Wirkung nicht immer an- 
genehm. Wenn er in seiner Zeichnung oft manirirt 
und maasslos erscheint, so liegt dies an seinem Vor- 
bilde Spranger, nach dessen Gemälden er mit 
Vorliebe gestochen hat. Am meisten geschätzt sind 
seine Portraits und die Stiche nach eigener Erfindung, 
die in einem sanfteren Style behandelt sind. Be- 
rühmt sind die nach eigener Erfindung gestochenen 
Bildnisse der Philosophen Chilon und Harpokrates. 
Beide Köpfe über Lebensgrösse sind das Kräftigste, 
was die Stecherkunst aufweisen kann.  
In der Schule des Goltzius ist die Technik des 
Kupferstichs formell bis zu einer abstracten Vir- 
tuosität ausgebildet; was aber mit dieser Technik 
dargestellt ist, lässt nur zu oft die künstlerische Pro-
        

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