Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711465
66 
Kupferstecher; und so finden wir hier den Kupfer- 
stich auf einer weiteren Stufe der Entwicklung. 
Wir haben hier also auch wie früher Holland und 
Flandern zu trennen und dann in einer dritten 
Gruppe der Maler-Radirer zu gedenken, die 
von jetzt an der durch viel Fleiss und Uebung zu 
erlernenden Grrabstichelarbeit entsagen und sie mehr 
den Kupferstechern von Profession überlassen. 
Holland. 
Ein kleines Volk, wie die Holländer, eben noch 
in voller Arbeit mit seinen politischen Revolutionen 
und Zuständen, dabei eifersüchtig bedacht, seinen 
Handel zu vermehren und zu erweitern, erhält einen 
egoistischen Zug, in welchem es ein selbstzufriedenes 
Genügen empiindet an Allem, was es um sich her 
sieht und hat, und weiss nicht mehr, warum es einen 
Heiligen anders als einen Holländer abbilden soll. 
Dazu waren die Holländer von Alters her gewöhnt, 
ihr Sinnen und Sorgen bald auf den Schutz ihres 
Landes gegen das aniluthende Meer zu richten, bald 
auf die Cultur ihres tiefliegenden und Wasser-reichen 
Bodens, um ihm eine ausreichende Existenz ab- 
zugewinnen; so waren sie so sehr in das materielle 
Bedürfen versenkt, dass sie sich zu einem idealen 
Schaffen kaum erheben konnten. Eine Kunstwelt, 
wie sie in der Renaissance in Italien aufgegangen 
war, blieb ihnen fern; sie hatten für ihre idealen 
Formen weder Sinn noch Verständniss. Ihre Künstler 
hielten sich lediglich an die Wahrnehmungen in 
ihrem Vater-lande, die sie nicht selten in das Nie- 
drige und Gemeine, ja in das Hässliche travestirten 
und damit Beifall fanden. Aber gerade dieser auf 
das Reale, auf das sinnlich X7Virkliche, auf das spe-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.