Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711456
reicht, um eine lebhafte, kräftige Wirkung hervor- 
zubringen, war eine andere Frage, auch fehlte es 
nicht an Vorbildern, in denen durch eine kräftigere 
Schrafiire auch kräftigere Wirkung hervorgebracht 
war. Man musste sich sagen, dass die Wirkung 
der Schraflire durch kühnere, tiefer, breiter und an- 
schwellend geschnittene Linien auch ohne Frage er- 
höht werden müsste. Man begann also auf die 
Linien der Schraffire, auf ihre Behandlung, ihre Ver- 
bindung, ihre Wirkung und auf die Führung des 
Grabstichels dabei zu reflectiren, und dieser Re- 
flexion verdankt der Kupferstich in dieser Periode 
seine technische Durchbildung und Vollendung. 
Es kam nun aber darauf an, einen ersten Ver- 
such zu machen, und der Versuch konnte nur ge- 
lingen in der Hand eines geschickten und inventiösen 
Meisters, der sich in Holland in Heinrich 
Goltzius fand. Was er begonnen hatte wurde 
fortgesetzt und weiter entwickelt von tüchtigen 
Schülern. Auf dieser Stufe der Fortbildung des 
Kupferstiches kam es vornehmlich darauf an, bei 
den kräftig gezogenen Schattenlinien ihr Verhältniss 
zum Weissen, zum Lichte so auseinanderzusetzen, 
dass alles Grelle vermieden und eine harmonische 
Wirkung hervorgebracht Wird.  Der Kupferstecher 
hat nun aber ein Gemälde vor sich, und in einem 
Gemälde sind Licht und Schatten nicht bloss harmo- 
nisch, sondern durch Farben, d. i. malerisch, ver- 
mittelt. Auch auf diese malerische Vermittlung ein- 
zugehen schien möglich, Wenn der Kupferstecher die 
Schrafüre als Farbe denkt und mit dem Grabstichel 
gleichsam zu malen versteht. Diese Forderung stellte 
in Flandern Rubens an die ihm befreundeten
        

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