Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711425
Er hat in seinen Darstellungen sich selbst ein Haus 
mit sieben Säulen gebaut, sein Schlachtvieh bereitet, 
seinen Wein aufgetragen, aber doch nur um seiner 
eignen Laune einen reich besetzten Tisch zu bereiten, 
und seine eigene Lust daran zu weiden. Seine Ge- 
stalten, die sich in Nichts als in ihrer Existenz zu 
bewegen scheinen, die von keinem hohen oder schwe- 
ren Gedanken belästigt, von keinem Streben gefesselt 
werden, die sich bewegen, alsrob sie keine Muskeln 
und Knochen hätten, von ihren Buckeln und Aus- 
wüchsen nicht im mindesten behindert zu werden 
scheinen, in Ungestalt und Missgestalt selbst eine 
Unbefangenheit, eine Grazie entwickeln, und so leicht 
und leichtfüssig gedacht und dargestellt sind: diese 
Gestalten scheinen zu sagen: Sieh mich an, und lass 
mich laufen, frage mich nicht, was ich bin, was ich 
will oder soll, und belästige mich nicht weiter mit 
deiner Theilnahme, weder mit Lob noch mit Tadel. 
Callot fand Nachahmer, die an seinen iiguren- 
reichen Compositionen, an seiner Stichart u. a. Ge- 
schmack fanden, wie sein Freund Israel Henriet 
und dessen Neffe und Schüler Israel Silvester, 
beide die Verleger seiner Werke; Sebastian le 
Clerc aus Metz (1637-1714), der aber später einen 
höheren Styl erstrebte; Abraham Bosse (1610- 
1678), mehr Techniker als Künstler, der in seinem 
Werke über Radir- und Aetzkunst die geätzten Linien 
den geschnittenen Linien gleich machen wollte; Ste- 
phan della Bella aus Florenz (1610-1664), der 
ihn aber durch Leichtigkeit und Feinheit der Nadel, 
wie durch geschmackvollere Behandlung seiner Werke 
übertraf. Nikolas Cochin aus Troys (geb. 1619), 
war vielleicht ein Schüler Callot's. In Deutschland
        

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