Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711385
herold des Herzogs von Lotharingen in Nancy, wo 
unser Meister 1594 geboren ward. Die Eltern hatten 
den aufgeweckten Knaben zu einer höheren Lauf- 
bahn bestimmt. Dieser aber durchkreuzte früh den 
Plan der Eltern. Aufgeregt durch die ruhmredigen 
Schilderungen der Kunst in Italien, beschloss er die 
Werke dieser Kunst in Rom zu sehen, und entfloh 
als Izjähriger Knabe dem elterlichen Hause. Ent- 
blösst von allen Mitteln und unkundig des Weges, 
wie er war, schloss er sich Zigeuner- und Schau- 
spielerbanden an, mit denen er endlich nach Florenz 
kam, wo er sich einem toskanischen Offlciere anver- 
traute, der sich seiner annahm und ihn zu dem Maler 
Canta Grallina, der ein guter Zeichner War, in die 
Lehre brachte. Da ihm aber sein Verlangen, Rom 
zu sehen, keine Ruhe liess, so unterstützte ihn sein 
gütiger Meister nothdürftig mit Geldmitteln und ent- 
liess ihn nach Rom. Hier aber erkannten ihn Kauf- 
leute aus Nancy, die ihn mit Gewalt seinen Eltern 
wieder zuführten. Nicht lange, so entlief er zum 
zweiten male, kam aber nur bis nach Turin, WO ihn 
ein älterer Bruder traf, der ihn zum zweiten male 
zurückführte. Nun aber wusste er die Abneigung 
der Eltern gegen seine Künstlerlaufbahn zu über- 
winden, sie brachten ihn zu dem Maler Iulius Parigi 
in Rom, der aber nicht der Mann war, den unruhigen 
Geist seines Schülers an Pinsel und Palette oder an 
das Studium der Formen und Farben zu fesseln. 
Callot suchte eine Technik, die es ihm möglich 
machte, die wunderlichen Gebilde seiner Phantasie 
leicht und rasch auf das Papier zu bringen. Er hoffte, 
der Kupferstich werde ihm dies ermöglichen, so 
verliess er den Maler und ging zu seinem Landsmann,
        

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