Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711311
Krieg ausgebrochen. 1527 eroberten und plünderten 
die Spanier Rom; Marc-Anton verlor dabei sein 
Hab und Gut und iioh dann nach Bologna, seiner 
Vaterstadt, wo er nach 1539 gestorben sein soll. 
Marc-Anton besass keine eigene Eriindungsgabe; 
sein Talent war das Zeichnen, und dies benutzte er, 
die Zeichnungen anderer Meister, besonders seines 
Freundes Raphael, in Kupfer zu stechen, die uns 
dadurch erhalten sind und einen Beitrag liefern, 
diesen Künstler nach seiner unbefangenen, naiven 
Seite kennen zu lernen.  Seine besten Schüler 
waren die schon genannten Augustin Venetus 
und Marc de Ravenna. Beide arbeiteten längere 
Zeit gemeinschaftlich mit und bei ihm; nach Ra- 
phaels Tode trennten sie sich und arbeitete jeder 
für sich und auf eigene Rechnung. Nach der Plün- 
derung Roms begab Augustin sich nach Florenz, wo 
er sich um die Freundschaft des berühmten Malers 
Andreas del Sarto bewarb; dieser liess von ihm sein 
Gemälde, den von Engeln gehaltenen Leichnam 
Christi, in Kupfer stechen, womit er aber so wenig 
zufrieden war, dass er gar nichts mehr nach seinen 
Gemälden stechen lassen wollte. Die Werke auch 
dieser Meister sind wie die ihres Lehrers in guten 
Abdrücken schwer zu erlangen, weil sie, da sich 
wenig Liebhaber dafür fanden, zu meist nur in die 
Hände der Maler und anderer Künstler kamen, 
die sie schlecht conservirten, die Platten aber von 
gewinnsüchtigen Kunsthändlern erworben wurden, 
um sie frisch aufzustechen.  Marc de Ravenna 
besass nicht die Festigkeit des Grabstichels, wie 
sein Mitschüler, zeichnete auch nicht so richtig, doch 
werden seine Arbeiten wegen ihrer Leichtigkeit und
        

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