Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711304
vielfältigen. Diese Freundschaft und Theilnahme des 
grossen Meisters half den Ruhm begründen, den 
Marc-Anton als Kupferstecher in Rom erlangte und 
der ihm viele Schüler zuführte, unter denen Augustin 
Venetus, genannt de Musis, Marco de Ra- 
venna, Iulius Bonasone, der Franzose Ni- 
colas Beatricet und Georg Pencz aus Nürnberg 
die bedeutendsten wurden. S0 lange Raphael lebte, 
hatte dessen berühmter Schüler Iulius Romanus 
es vermieden, seine Zeichnungen durch Marc-Anton 
stechen zu lassen; nach Raphaels Tode 1520 aber 
benutzte er auch für seine Zeichnungen das Talent 
des Marc-Anton und liess unter andern 20 höchst 
unzüchtige Zeichnungen, die Liebeshandlungen der 
Götter und Göttinnen darstellend, von ihm in Kupfer 
stechen, die der frivole Spötter Aretin noch oben 
ein mit unzüchtigen Sonetten begleitete. Diese in- 
famen Blätter, wie Vasari sie nennt, sind Wohl aus 
dem Kunsthandel verschwunden, beweisen aber, wie 
der mythologische Geist der Renaissance sich nicht 
scheute, mit den Blössen der olympischen Götter die 
Sitten und den Geschmack der christlichen Zeit- 
genossen zu vergiften. Der Dichter der Sonette 
entzog sich der Strafe durch die Flucht, der Kupfer- 
stecher ward auf Befehl des Papstes Clemens VII. 
ins Gefängniss geworfen, aus welchem er nur durch 
die Verwendung des Cardinals Iulius de Medicis und 
des Malers Baccio Bandinelli, der damals für den 
Papst arbeitete, befreit wurde. Aus Dankbarkeit 
für den Maler stach er nach dessen grosser Zeich- 
nung die Marter des hl. Laurentius und erwarb sich 
mit diesem schönen Stich auch die Gunst des Papstes 
wieder. Inzwischen war in Italien der- spanische
        

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