Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711290
Dürers Werke auszugeben und zu verkaufen. Als 
dies der deutsche Meister erfuhr, strengte er einen 
Process gegen den F alsarius an, in welchem er so 
viel gewann, dass dem Marc-Anton zwar nicht ver- 
wehrt werden konnte, Dürers Holzschnitte zu copiren, 
ihm aber verboten wurde, Dürers Namen und Mono- 
gramm zu missbrauchen. So geschah es denn, dass 
eine grosse Anzahl von Dürers Holzschnitten von 
Marc-Anton in Kupfer copirt sind, und unter diesen 
auch "das Leben der Maria". Wenn nun auch der 
Vater der Kupferstecherkunst in Italien, wie Marc- 
Anton genannt ist, von den Holzschnitten des deut- 
schen Meisters gelernt hat, was er als Kupferstecher 
zu thun habe, so gleichen darum die Kupferstiche 
des Marc-Anton doch keineswegs den Holzschnitten 
Dürers; das aber mochte er gemerkt haben, dass 
eine einfache Strichlage, und um die tieferen Schatten- 
töne hervorzuheben, eine einfache Kreuzschraflire 
genüge, und diese Stichart, nach Verhältniss der dar- 
zustellenden Figuren, bildete die Technik dieses 
Meisters, dem es nicht darauf ankam, die Technik 
fortzubilden, sondern eine schöne Zeichnung zu 
liefern und diese mit Schattenstrichen nur soweit 
zu versehen, als nöthig war, um sie als körperliche 
Gestalt von dem Papiere abzuheben. Seine Kupfer- 
stiche sollten also keine Copien von Gemälden sein, 
sondern von der Farbe der Gemälde ganz absehen 
und nur schattirte Zeichnungen sein: ein Umstand, 
der seine Technik begreiflich macht. Marc-Anton 
war aber ein vortreElicher Zeichner, und dies Talent 
erwarb ihm, als er später nach Rom ging, die 
Freundschaft Raphaels, der ihm seine Zeichnungen 
gab, um sie durch ihn im Kupferstich zu ver- 
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