Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711277
Raphael und Michelangelo; jener, der unvergleich- 
liche Meister schöner Formen, dieser imponirend durch 
kühne, kräftige, bis zum Excess belebte und bewegte 
Formen und Gestalten. Beide fanden auch bei den 
Kupferstechern ihre Verehrer und Vertreter, und 
bildeten auch für den Kupferstich verschiedene Schulen 
oder Richtungen. Nun aber konnten doch auch die 
berühmten Coloristen, ein Corregio und Titian nicht 
übersehen werden. Man bewunderte in ihnen auch 
ein malerisches Element, dem der Grabstichel keinen 
Ausdruck geben zu können schien, und was der Grab- 
stichel nicht vermochte, suchte man mit der Radirung 
zu bewirken, die besonders von den Malern um so 
lieber adoptirt wurde, als sie ilmen Gelegenheit bot, 
ihre flüchtigen Entwürfe leicht und ohne mühsame 
Arbeit zu vervielfältigen. Und so hätten wir denn 
in der weiteren Entwicklung des Kupferstichs in 
Italien drei Gruppen oder Richtungen zu ver- 
zeichnen, nämlich die Künstler, die sich um Raphael 
und seine Schüler gruppiren; sie haben in ihrer 
Technik etwas gemeinsames, so dass sie selbst eine 
Schule bilden, an deren SpitzeVMarc-Anton Rai- 
mondi steht. Eine zweite Gruppe umfasst die 
Künstler, die sich vorzugsweise nach Michel An gelo 
bildeten. Die besten Meister dieser Richtung be- 
dienten sich einer verschiedenen Stichart, ohne die 
Technik damit zu fördern. Eine dritte Gruppe um- 
fasst meist Maler, die sich nach Titian, Corregio oder 
Tintoretto bildeten und sich der Radirung bedienten. 
1. Marc-Anton Raimondi ist der bedeutendste 
Künstler dieser Zeit in Italien, dessen Werke noch heute 
begehrt werden und in hohem Werthe stehen. Die 
Vorzüge, durch welche sie sich auszeichnen, wird
        

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