Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711193
Rom reich und prachtliebend geworden, betrachteten 
aber seit dem 16. Iahrh. nicht ohne Neid und Eifer- 
sucht den wachsenden merkantilen Einüuss der 
holländischen Städte. Dazu kam eine herbe Spannung, 
welche durch die politische und religiöse Entwicklung 
in beiden Ländern entstand und gemehrt wurde. 
Während Holland den protestantischen Interessen 
sich zuwandte, blieb Flandern katholisch und unter- 
hielt die Verbindung mit Italien, die Holland ver- 
mied. Die Maler beider Länder folgten denselben 
Impulsen. Die Holländer blieben in der Heimath, 
begnügten sich mit den Anregungen aus der pro- 
fanen Gegenwart und verfielen allmählig einem aus- 
geprägten Naturalismus. Die üandrischen Maler 
fühlten das Ungenügende des Gegenwärtigen und 
gingen nach Italien; um ihren nationalen Realismus 
an der idealen Kunst der Italiener zu verbessern und 
zu vergeistigen, nachdem sie die Traditionen der van 
Eyckschen Kunst allrnählig verlassen hatten. So 
thaten die talentvollsten Maler des Landes: Rogier 
van Brügge, der schon um 1450 in Rom war, joh. 
Mabuse (1470-1532), Michel Cocxie (1497- 1592), 
Ich. Schoreel (1495- 1562), Bernhard van Orley 
(1471-1541). So blieben sie ohne directen Einfluss 
auf die Kupferstecher ihrer Zeit. Aber auch Quintin 
Messis (146o-c 1530), den man wohl als den Schluss- 
stein der van Eyckschen Schule bezeichnet, und der 
seiner Heimath treu blieb, war ohne Anregung für 
den Kupferstich, dem damals wohl noch die Mittel 
fehlten, um die grossen Dimensionen der Gemälde 
zu erreichen.  Die Kupferstecher, meist auch Maler, 
folgten um so mehr diesem Zuge, da auch schon zu 
ihrer Zeit die Meinung war, dass man Italien sehen
        

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